Apotheker streiken bundesweit für faire Vergütungen und Existenzsicherung
Klaudia GnatzApotheker streiken bundesweit für faire Vergütungen und Existenzsicherung
Apotheker in ganz Deutschland schließen am 23. März 2026 ihre Läden und gehen auf die Straße. Sie fordern dringend wirtschaftliche Unterstützung, nachdem die Umsätze jahrelang gesunken sind. Mit den Protesten wollen sie Gesundheitsministerin Nina Warken dazu bewegen, endlich die Vergütungen für lokale Apotheken anzuheben.
In den vergangenen zwei Jahren ist der reale Umsatz deutscher Apotheken entweder stagniert oder um 1 bis 3 Prozent zurückgegangen. Verantwortlich dafür sind Preissenkungen und steigende Kosten, während Nachbarländer wie Frankreich, die Niederlande und Spanien ein Wachstum von 2 bis 5 Prozent verzeichneten. Berichte der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) und des Marktforschungsunternehmens IQVIA führen deren Erfolg auf eine höhere Nachfrage nach Generika und digitalen Dienstleistungen zurück.
Um Geschlossenheit zu demonstrieren, organisiert der Apothekerverband Nordrhein (AVNR) kostenlose Busse für seine Mitglieder. Die Shuttleverbindungen starten von zentralen Standorten in Nordrhein-Westfalen und bringen die Teilnehmer zur Hauptkundgebung nach Düsseldorf. Die Vereinigung hofft, dass möglichst viele Apotheker teilnehmen, um ein starkes Signal zu setzen.
Die Demonstrationen folgen auf Jahre un erfüllter Versprechen. Die Apotheker argumentieren, dass die von Ministerin Warken lange blockierten Gebührenerhöhungen nun entscheidend sind, um die Existenz lokaler Apotheken zu sichern.
Die bundesweiten Schließungen und Proteste sollen den politischen Druck erhöhen. Bleiben die Vergütungen unverändert, warnen die Apotheker, könnten weitere Betriebe in Existenznot geraten oder schließen müssen. Der Ausgang der Proteste könnte darüber entscheiden, ob die lokalen Apotheken die längst versprochene finanzielle Entlastung erhalten.