Aus Tagebau Hambach wird Deutschlands tiefster See – doch die Kritik bleibt
Klaudia GnatzAus Tagebau Hambach wird Deutschlands tiefster See – doch die Kritik bleibt
Aus dem ehemaligen Braunkohletagebau Hambach wird ein gewaltiger künstlicher See
Der Energiekonzern RWE verwandelt den früheren Tagebau Hambach in einen riesigen Stausee. Ab 2030 soll die Flutung beginnen – am Ende wird mit 365 Metern Tiefe der tiefste See Deutschlands entstehen. Kritiker äußern jedoch Bedenken wegen möglicher Umweltfolgen und der Wasserqualität.
Der künftige See wird sich über 42 Quadratkilometer erstrecken und damit zu den größten des Landes zählen. Bis 2080 soll er schätzungsweise 3,6 Milliarden Kubikmeter Wasser fassen – über 100 Meter tiefer als der Bodensee.
Die Befüllung startet 2030 mit Rheinwasser, das über ein 45 Kilometer langes Rohrleitungssystem in den Tagebau geleitet wird. Bis zu 18.000 Liter pro Sekunde sollen so in die Grube fließen. RWE plant, bis 2033 ein Drittel der endgültigen Seetiefe zu erreichen; bis 2040 soll eine 1.200 Hektar große Wasserfläche entstehen.
Das Projekt stößt jedoch auf Widerstand von Umweltschützern. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) warnt, das Rheinwasser enthalte Rückstände von Chemikalien und Medikamenten. Die Organisation fordert eine Vorfilterung vor der Einleitung in den See. Zudem bleibt das Vorhaben wegen der früheren Rodung des Hambacher Forstes für den Braunkohleabbau umstritten.
Sobald der See fertig ist, wird es Jahrzehnte dauern, bis er vollständig gefüllt ist. Seine Tiefe und Größe werden jeden anderen See in Deutschland übertreffen. Doch die Sorgen um die Wasserqualität und die Folgen des früheren Bergbaus halten die Debatte in Gang.






