Bergische Universität plant radikale Umstrukturierung ihres renommierten Architekturstudiums
Aneta WilmsenBergische Universität plant radikale Umstrukturierung ihres renommierten Architekturstudiums
Die Bergische Universität überprüft ihr Architekturstudium im Rahmen eines umfassenden Umstrukturierungsplans. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund finanzieller Zwänge, die ab 2026 zu möglichen jährlichen Kürzungen in Höhe von 5,7 Millionen Euro führen könnten. Die Fakultätsmitglieder wurden nun aufgefordert, ein Konzeptentwurf vorzulegen, der Nachhaltigkeit und eine langfristige Strategie in den Mittelpunkt stellt.
Das für seine hohen Rankings und internationale Reputation bekannte Programm könnte tiefgreifende Veränderungen erfahren – einschließlich einer möglichen schrittweisen Abschaffung im Laufe des nächsten Jahrzehnts. Der Studiengang Architektur an der Bergischen Universität zählt derzeit rund 500 Studierende. Er ist einer von nur elf vergleichbaren Angeboten in Deutschland und wurde wiederholt für seine Qualität gelobt, etwa durch Spitzenplatzierungen im CHE-Hochschulranking. Seine Expertise in den Bereichen Recycling und Sanierungskultur hat ihm zudem international einen Platz an der Spitze gesichert.
Weitere Anerkennung erlangte das Programm durch seine Teilnahme am Solar Decathlon 2021/22. Trotz dieser Erfolge hat die Universitätsleitung nun Pläne bestätigt, die traditionelle Struktur schrittweise abzubauen. Statt willkürlicher Kürzungen nach dem sogenannten „Rasenmäherprinzip“ soll die Neuausrichtung nach strategischen Kriterien erfolgen.
Bis 2033 werden acht der elf Professuren des Studiengangs durch natürliche Fluktuation frei. Diese personelle Entwicklung bietet der Universität die Chance zur Umgestaltung. Die Fakultät wurde aufgefordert, ein neues Konzept zu erarbeiten, das den Nachhaltigkeitszielen entspricht.
Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach Architektinnen und Architekten ungebrochen. Seit dem 1. September wurden auf dem Online-Stellenportal der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen bereits 125 Stellenausschreibungen veröffentlicht. Die Entscheidung der Universität wird voraussichtlich Auswirkungen auf die Berufsaussichten künftiger Absolventen haben.
Die geplanten Änderungen könnten das Architekturstudium in den kommenden zehn Jahren grundlegend verändern. Die Fakultät steht nun vor der Aufgabe, ein überarbeitetes Konzept zu entwickeln, das finanzielle Zwänge mit akademischer Exzellenz in Einklang bringt. Das Ergebnis wird entscheiden, ob der Studiengang in seiner bisherigen Form fortbesteht oder in eine neue Struktur überführt wird.






