21 March 2026, 14:14

Böhmermanns skurriles Kunstspektakel im HKW fordert ohne Handys heraus

Ein leuchtendes, farbenfrohes Wandgemälde, das die Seite eines Gebäudes in Berlin, Deutschland, bedeckt.

Böhmermanns skurriles Kunstspektakel im HKW fordert ohne Handys heraus

Eine neue Ausstellung in Berlin sorgt mit mutigen und ungewöhnlichen Exponaten für Aufsehen."Die Möglichkeit der Irrationalität" im Haus der Kulturen der Welt (HKW) präsentiert alles von einer riesigen Butterbüste Helmut Kohls bis zu einer versunkenen Freiheitsstatue. Kuratiert vom TV-Moderator Jan Böhmermann und seiner "Royal Group" lädt die Schau Besucher in eine Welt der politischen Satire und interaktiven Kunst ein – allerdings ohne Handys, die an der Tür abgegeben werden müssen.

Die Ausstellung findet im ehemaligen Kongresshalle statt, einem Nachkriegsgeschenk der USA an Deutschland, das wegen seiner Form oft "Schwangere Auster" genannt wird. Böhmermann, in lässiger Kleidung, begrüßt die Gäste persönlich und führt sie durch den Raum. Zu sehen sind skurrile "Trophäen, Souvenirs und Accessoires", die mit umstrittenen Persönlichkeiten verknüpft sind – darunter eine unter Trumps Marke vertriebene Haarkur und Handtücher mit Kaninchenstickereien aus dem Besitz von René Benko. Ein Teleskop- und Spiegelaufbau ermöglicht es Besuchern sogar, Bundeskanzler Friedrich Merz live bei der Arbeit zu beobachten.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Eines der auffälligsten Werke ist eine aufblasbare, halb versunkene Freiheitsstatue in einem Teich. Böhmermann deutet sie als Symbol für den prekären Zustand der US-Demokratie. Die Schau erweitert zudem sein spätes ZDF-Format in die reale Welt – inklusive interaktiver Elemente. Auffällig: Handheld-Geräte sind strikt verboten, um digitale Kopien der Exponate zu verhindern.

Das HKW selbst steht seit Kurzem in der Kritik. Anfang dieses Jahres wurde ein für 2025 geplanter Auftritt des Rappers Chefket abgesagt, nachdem Kulturminister Wolfram Weimer dessen "Palästina"-T-Shirt als antisemitisch kritisiert hatte. Aus Solidarität zogen sich daraufhin alle anderen deutschen Künstler von HKW-Veranstaltungen zurück und ließen die Institution isoliert zurück. Vergleichbare Boykotte oder Kurswechsel gab es in anderen Kultureinrichtungen bisher nicht.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 19. Oktober und bietet eine Mischung aus Humor, Gesellschaftskritik und Spektakel. Böhmermanns Verbindung von TV-Satire und physischer Kunst fordert die Besucher heraus, sich ohne digitale Ablenkung mit den Werken auseinanderzusetzen. Das HKW hingegen bleibt weiter in politischen und kulturellen Spannungsfeldern gefangen.

Quelle