28 June 2026, 00:15

Brasiliens umstrittene Öl-Auktion im Amazonas löst internationale Proteste aus

Brasilien wegen klimapolitischer Heuchelei beschuldigt: Amazonien-Ölblöcke vor COP30 versteigert

Brasiliens umstrittene Öl-Auktion im Amazonas löst internationale Proteste aus

Brasiliens Nationale Agentur für Erdöl, Erdgas und Biokraftstoffe veranstaltete am 17. Juni 2025 eine große Versteigerung fossiler Brennstoffe. Dabei wurden 172 Öl- und Gasblöcke angeboten, von denen sich 68 im brasilianischen Amazonasgebiet befinden. Umwelt- und Indigenenorganisationen äußerten umgehend Bedenken hinsichtlich des Verfahrens und seiner Folgen.

Bei der Auktion wurden 47 Blöcke an der Mündung des Amazonas vergeben. Davon erhielten 19 den Zuschlag, die zusammen 16.312 km² Meeresgebiet umfassen. Internationale Konzerne wie Chevron, CNPC, ExxonMobil und Petrobras sicherten sich mehrere dieser Blöcke.

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Kritiker wiesen vorab auf gravierende Verfahrensmängel hin: Es wurde keine Umweltverträglichkeitsprüfung für das Sedimentgebiet durchgeführt, und es fehlte die freie, vorherige und informierte Zustimmung der indigenen und traditionellen Gemeinschaften – ein Verstoß gegen das Übereinkommen 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO).

Die Brasilianische Bundesstaatsanwaltschaft reagierte mit einem Antrag auf einstweilige Verfügung zur Aussetzung der Versteigerung. Als Hauptgründe nannte sie Verfahrensfehler und unzureichende Folgenabschätzungen. Gisela Hurtado von Stand.earth verurteilte die Auktion scharf und warnte, sie gefährde indigene Territorien und untergrabe das Pariser Klimaabkommen.

Auch Häuptling Jonas Mura vom Volk der Mura erhob seine Stimme gegen das Vorhaben. Er argumentierte, dass Öl- und Gasförderung Zerstörung und Verschmutzung in die Region bringe. Unterstützer fügten hinzu, die Versteigerung stehe im Widerspruch zu Brasiliens Klimazielen und schwäche dessen Glaubwürdigkeit als Gastgeber der COP30.

Trotz rechtlicher Klagen und breiter Kritik wurde die Auktion durchgeführt. Die 19 vergebenen Blöcke umfassen nun ein riesiges Meeresgebiet im Amazonas. Beobachter bemerken, dass Brasilien hier die Chance verpasste, Führungsstärke im Bereich erneuerbarer Energien und Klimaschutz zu zeigen.

Quelle