Bundeswehr stoppt F-126-Fregatten: Warum acht MEKO-200-Schiffe jetzt die Marine verändern
Klaudia GnatzBundeswehr stoppt F-126-Fregatten: Warum acht MEKO-200-Schiffe jetzt die Marine verändern
Das deutsche Verteidigungsministerium hat die Pläne zum Bau von sechs Fregatten des Typs F-126 verworfen. Stattdessen werden acht kleinere Schiffe der MEKO-200-Klasse bei ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) bestellt. Die Entscheidung hat bereits erhebliche Reaktionen auf dem Markt und in der Industrie ausgelöst.
Die Bundesregierung hatte den Schiffbau zuvor in ihrer Nationalen Sicherheits- und Wehrindustriestrategie als Schlüsseltechnologie für die militärische Verteidigung eingestuft. Dennoch gab das Ministerium das F-126-Projekt auf, in das bereits 2,3 Milliarden Euro für Entwicklung und Vorarbeiten geflossen waren.
Nach der Bekanntgabe brach der Aktienkurs von Rheinmetall stark ein. Jürgen Kerner, stellvertretender Vorsitzender der IG Metall, forderte Transparenz darüber, wie die investierten 2,3 Milliarden Euro verbucht werden. Zudem bestand er darauf, dass Verteidigungsminister Boris Pistorius sicherstellt, dass TKMS die gesamte Schiffbauindustrie in die neuen Pläne einbindet.
Kerner betonte, dass das alternative Projekt unbedingt die ehemalige Lürssen-Werft (NVL) einbeziehen müsse, die mittlerweile zu Rheinmetall gehört. Die IG Metall verlangte die vollständige Beteiligung des gesamten deutschen Schiffbaus am Bau der acht MEKO-200-Fregatten.
Der Wechsel vom F-126- zum MEKO-200-Programm markiert eine grundlegende Wende in der deutschen Marinebeschaffung. Nun müssen Regierung und TKMS die von den Beteiligten geäußerten finanziellen und industriellen Integrationsbedenken angehen. Die Entscheidung wird die Schiffbaulandschaft des Landes nachhaltig prägen.
