21 March 2026, 16:19

Collien Fernandes klagt gegen Ex-Mann wegen Deepfake-Missbrauchs und häuslicher Gewalt

Schwarzes und weißes Foto eines Mannes im Anzug und mit Krawatte mit zentriertem Text und Logo, wobei der Text das politische Verhalten und Kompromisse diskutiert.

Collien Fernandes klagt gegen Ex-Mann wegen Deepfake-Missbrauchs und häuslicher Gewalt

Collien Fernandes hat rechtliche Schritte gegen ihren Ex-Mann, Christian Ulmen, eingeleitet – wegen Vorwürfen der Deepfake-Missbrauchs und häuslicher Gewalt. Der in Spanien eingereichte Fall wirft ein Schlaglicht auf das wachsende Problem digitaler Gewalt und die juristischen Hürden, mit denen Betroffene konfrontiert sind. Mona Neubaur, stellvertretende Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, lobte Fernandes inzwischen für ihren Mut und bezeichnete ihre Entscheidung als wichtiges Vorbild für andere Frauen.

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Fernandes reichte Ende 2025 eine 40-seitige Strafanzeige beim Amtsgericht Palma de Mallorca ein. Darin wirft sie Ulmen Identitätsdiebstahl, die Erstellung und Verbreitung deepfake-pornografischer Inhalte, virtuelle Vergewaltigung, öffentliche Beleidigungen sowie wiederholte häusliche Gewalt vor. Sie entschied sich für Spanien, da das Land über strengere Gesetze gegen digitale Gewalt verfügt – in Deutschland gibt es bisher keine spezifischen Regelungen zu nicht einvernehmlichen Deepfakes.

Neubaur äußerte öffentlich ihre Unterstützung für Fernandes und nannte sie eine "mutige Frau", deren Vorgehen ein wichtiges Signal setze. Gleichzeitig warnte sie, dass Deepfakes längst kein Einzelfall mehr seien, sondern eine weitverbreitete Bedrohung, die dringend gesetzliche Reformen erfordere. Kritisch merkte sie an, dass die langsame Anpassung der Gesetze erhebliche Schutzlücken hinterlasse, die Opfer unzureichend absicherten.

Um diese Missstände zu beheben, schlug Neubaur zwei zentrale Reformen vor: Zum einen forderte sie spezialisierte Gerichte für Sexualstraftaten, einschließlich digitaler Delikte – ähnlich wie in Spanien. Zum anderen plädierte sie für eine Reform des Sexualstrafrechts, um digitale und physische Gewalt gleichzustellen. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig kündigte inzwischen strengere Regelungen an, konkrete Maßnahmen stehen jedoch Stand März 2026 noch aus.

Das Gericht in Palma de Mallorca hat vorläufige Ermittlungen zu Fernandes' Anzeige eingeleitet. Bisher liegen jedoch keine weiteren gerichtlichen Entscheidungen oder institutionellen Stellungnahmen vor.

Der Fall Fernandes rückt die dringende Notwendigkeit stärkerer rechtlicher Schutzmechanismen gegen digitale Gewalt in den Fokus. Die laufenden Ermittlungen in Spanien unterstreichen die unterschiedlichen Herangehensweisen der Länder bei der Ahndung solcher Straftaten. Unterdessen geraten deutsche Behörden zunehmend unter Druck, gesetzliche Schlupflöcher zu schließen und Betroffenen bessere Unterstützung zu gewähren.

Quelle