03 April 2026, 02:12

Deutsche Bahn schließt Reisezentren in Wuppertal und Solingen trotz Proteste

Menschen gehen durch einen Bahnhof mit Ticketautomaten, Deckenleuchten und Informationsschildern an den Wänden.

Deutsche Bahn schließt Reisezentren in Wuppertal und Solingen trotz Proteste

Die Deutsche Bahn wird ihre Reisezentren an den Hauptbahnhöfen Wuppertal und Solingen schließen. Die Entscheidung folgt auf den Verlust lokaler Ticketverkäufe an den Konkurrenten Transdev, einen rivalisierenden Verkehrsbetreiber. Kritiker bemängeln, dass von der Schließung vor allem schutzbedürftige Fahrgäste betroffen sein werden.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Schließung ist Teil eines größeren Trends. Zwischen 2022 und 2025 hat die Deutsche Bahn bereits rund 200 Reisezentren in ganz Deutschland geschlossen. Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Sachsen – darunter Dortmund, Essen, Nürnberg und Dresden – haben ihre persönlichen Ticketschalter verloren. Das Unternehmen begründet die Maßnahmen mit Kosteneinsparungen und der voranschreitenden Digitalisierung.

Für betroffene Reisende bietet die Deutsche Bahn Alternativen an, darunter die DB Navigator-App, Ticketautomaten an den Bahnhöfen und eine Kundenservice-Hotline (0800 199 1881). An einigen Standorten gibt es zudem mobile Service-Teams. Unklar bleibt jedoch, wie Fahrgäste in Wuppertal und Solingen künftig bei Störungen Unterstützung erhalten sollen.

Lokale Politiker haben sich gegen die Entscheidung ausgesprochen. Die SPD-Abgeordneten Josef Neumann, Dilek Engin und Andreas Bialas bezeichneten den Schritt als sozialen Rückschritt. Neumann betonte, dass ältere Menschen und schutzbedürftige Gruppen am stärksten darunter leiden würden. Engin ergänzte, dass komplexe Reisefragen und kurzfristige Änderungen oft persönliche Beratung erforderten. Bialas warnte, dass viele Menschen nach wie vor Schwierigkeiten mit digitalen Angeboten hätten und auf die Hilfe von Mitarbeitern angewiesen seien.

Die Deutsche Bahn hat sich zu der Kritik bisher nicht geäußert. Dirk Pohlmann, Pressesprecher des Unternehmens in Düsseldorf, lehnte eine Stellungnahme ab. Die Schließung bedeutet zudem den Wegfall einer wichtigen Einnahmequelle für die Reisezentren des Betreibers.

Die Stilllegung birgt das Risiko, dass zentrale Kundengruppen ohne ausreichende Unterstützung dastehen. Zudem könnte der Schritt das ohnehin angeschlagene Image der Deutschen Bahn weiter beschädigen. Ohne klare Pläne für eine persönliche Betreuung vor Ort könnten Fahrgäste in Wuppertal und Solingen künftig vor größeren Herausforderungen stehen.

Quelle