Dormagen setzt auf Bürgerbeteiligung – doch ein Projekt muss pausieren
Klaudia GnatzDormagen setzt auf Bürgerbeteiligung – doch ein Projekt muss pausieren
Dormagen treibt Pläne voran, um Bürger stärker in die Gestaltung der Stadtzukunft einzubinden. Die Verwaltung betont, dass die Beteiligung der Einwohner eine zentrale Rolle in der Stadtentwicklung spielt. Mit einem breiten Angebot an Formaten sollen Menschen aller Altersgruppen erreicht werden. Zwar hat die Stadt digitale Tools eingeführt, um die Teilhabe zu erleichtern, doch ein großes Vorhaben musste wegen Haushaltsengpässen vorläufig gestoppt werden.
Die Stadt bietet vielfältige Möglichkeiten, sich einzubringen: Offene Dialogformate, Jugendbeteiligungskonzepte und ein eigens eingerichteter Seniorenbeirat gehören dazu. Besonders im Fokus stehen Aktivitäten auf Bezirksebene, um sicherzustellen, dass jede Generation mitwirken kann.
Ein erfolgreiches Format ist das World Café, bei dem Diskussionen zu konkreten Lösungen führten. So setzten sich etwa Bewohner aus Straberg für eine neue Waldorf-Buslinie ein – und erreichten ihr Ziel. Weitere Instrumente wie der Dormagener Mängelmelder oder die Online-Plattform say.our ermöglichen es den Bürgern, Probleme zu melden oder Verbesserungsvorschläge direkt einzureichen.
Aus dem Bürgerhaushalt finanzierte Projekte der Vergangenheit umfassen etwa Lastenrad-Initiativen oder neue Willkommensschilder in Stadtteilen. Allerdings wurde dieser Haushalt 2024 aufgrund finanzieller Zwänge ausgesetzt. Die Stadtspitze versprach jedoch, ihn sobald wie möglich wieder aufzulegen.
Christoph Schade, bei der Stadt für Bürgerbeteiligung zuständig, bezeichnet die Einwohner als „aktive Partner in der Stadtplanung“. Auch Bürgermeister Erik Lierenfeld bekräftigte, dass öffentliches Feedback künftig stärker in politische Entscheidungen einfließen soll. Die Initiativen fallen in ein besonderes Jahr: Die Dormagener Stadtverwaltung feiert 2024 ihr 50-jähriges Bestehen.
Die vorübergehende Aussetzung des Bürgerhaushalts unterstreicht zwar die Haushaltsbelastungen, doch die Stadt hält an der Wiederbelebung des Programms fest. Gleichzeitig bleiben bestehende Plattformen und lokale Dialoge aktiv, um Ideen der Bürger in die Tat umzusetzen. Die Verwaltung betont, dass die Einbindung der Bevölkerung auch künftig ein Kernstück der Dormagener Entwicklungsstrategie bleibt.






