20 April 2026, 12:14

"Druckfrisch"-Skandal: Warum Denis Schecks scharfe Kritik an Autorinnen eine Sexismus-Debatte entfachte

Illustration eines alten Buchumschlags mit einem Mann in einem Anzug, der in einem Stuhl sitzt und eine nachdenkliche Frau neben ihm steht, mit dem Titel "Die Macht der öffentlichen Meinung" sichtbar.

"Druckfrisch"-Skandal: Warum Denis Schecks scharfe Kritik an Autorinnen eine Sexismus-Debatte entfachte

Die langjährige Literatursendung Druckfrisch des ARD steht wegen Vorwürfen des Sexismus in ihren Buchbesprechungen in der Kritik. Im Mittelpunkt der Kontroverse steht Moderator Denis Scheck, dessen scharfe Kritik an zwei Autorinnen eine breitere Debatte ausgelöst hat. Sowohl der Sender als auch der Gastgeber haben inzwischen auf die Anschuldigungen reagiert.

Ausgelöst wurde der Streit, nachdem Scheck in Druckfrisch Bücher von Sophie Passmann und Ildikó von Kürthy rezensiert hatte. Seine knappen, vernichtenden Bewertungen enden oft damit, dass ihm missfallene Werke durch eine Rutsche in einen Mülleimer befördert werden. Passmann bezeichnete seine Kritik an ihrem Werk später als "nicht nur grausam, sondern vor allem sexistisch". Auch von Kürthy ging in einem Essay für Die Zeit auf Schecks abwertende Haltung ein und erklärte, sie werde solche Angriffe nicht länger ignorieren.

Der ARD verteidigte die Sendung und betonte, das Geschlecht eines Autors spiele bei literarischen Bewertungen keine Rolle. Der Sender verwies zudem darauf, dass Scheck in der jüngsten Folge mehr Bücher von Frauen gelobt als kritisiert habe. Gleichzeitig anerkannte der ARD die Leistungen von Schriftstellerinnen und stellte klar, dass in der Sendung kein Platz für Frauenfeindlichkeit sei.

Scheck selbst beharrt darauf, dass sich seine Kritik ausschließlich auf die Bücher beziehe – nicht auf deren Autorinnen oder Leser. Unterdessen kritisierte die Schriftstellerin Elke Heidenreich in einem separaten Die Zeit-Artikel sowohl seinen Rezensionsstil als auch die Rolle des ARD, der diesen erst ermögliche.

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Die Debatte hat Druckfrisch unter Druck gesetzt, während der ARD seine Verpflichtung zu fairer Literaturkritik bekräftigt. Scheck bleibt bei seiner Herangehensweise, die betroffenen Autorinnen haben ihre Einwände öffentlich gemacht. Die Diskussion reicht mittlerweile über die Sendung hinaus und wirft grundsätzliche Fragen auf, wie literarische Rezensionen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk gestaltet werden sollten.

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