02 April 2026, 20:12

FDP attackiert Bergisch Gladbachs Politik: "Blockaden statt Lösungen für die Stadt"

Balkendiagramm, das den prozentualen Anteil von Geldern und Zuschüssen nach Geschlecht im Jahr 2020-2021 zeigt, mit getrennten Abschnitten für Gelder und Zuschüsse und normalisierten Haushaltsjahren.

FDP attackiert Bergisch Gladbachs Politik: "Blockaden statt Lösungen für die Stadt"

Die Freie Demokratische Partei (FDP) in Bergisch Gladbach übt scharfe Kritik an den anhaltenden politischen Debatten über Koalitionsdynamiken in der Stadt. Parteimitglieder werfen vor, dass Diskussionen über eine sogenannte "Brandmauer" gegen bestimmte Bündnisse von dringlicheren Themen ablenkten. Nun fordern sie von Oberbürgermeisterin oder Oberbürgermeister, zügig Entscheidungen zu treffen, die für die Zukunft der Stadt entscheidend sind.

Die Frustration der FDP speist sich aus wiederholten Verzögerungen bei der Umsetzung von Vorhaben, insbesondere solchen, die von konservativen oder liberalen Kräften eingebracht werden. Der Stadtrat und FDP-Vertreter Dr. Alexander Engel wirft linken Parteien vor, diese Ideen systematisch zu blockieren. Seine Kollegin Dorothee Wasmuth betont, der Fokus müsse sich von politischen Machtfragen hin zu inhaltlicher Arbeit verschieben.

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Zudem zeigt sich die Partei besorgt über die finanzielle Lage der Stadt. Bei einem erwarteten jährlichen Fehlbetrag von rund 50 Millionen Euro bis 2030 warnt die FDP, dass die Zeit für wirksame Reformen davonläuft. Die kürzlich beschlossene Obergrenze für Personalkosten wird nicht als Einschränkung, sondern als notwendiger Schritt zur Modernisierung der Verwaltung gesehen.

Personelle Engpässe verschärfen die Situation. Die Stadt mit etwa 111.000 Einwohnern beschäftigt derzeit 280 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung. Doch in den kommenden Jahren droht ein Anstieg des Personalbedarfs um 40 Prozent, während bereits über 100 Stellen unbesetzt sind. Zwar gibt es in einigen Bereichen wie dem Gesundheitswesen Fortschritte bei der Teamzusammenarbeit, doch die Zahlen bleiben alarmierend: Aktuell gibt es 35.124 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze – ein Verhältnis von 0,32 pro Einwohner – was Bergisch Gladbach auf Platz 2.123 im bundesweiten Vergleich bringt.

Die FDP warnt, dass ohne sofortiges Handeln die Gefahr bestehe, weiter zurückzufallen. Die Partei drängt den Oberbürgermeister oder die Oberbürgermeisterin, politische Grabenkämpfe hinter sich zu lassen und sich den anstehenden finanziellen und administrativen Herausforderungen zu stellen.

Die Forderungen nach mehr Tempo kommen zu einer Zeit, in der Bergisch Gladbach mit steigenden Kosten, Personalmangel und politischer Blockade zu kämpfen hat. Der Vorstoß der FDP zielt darauf ab, langfristige Haushaltsbelastungen und Verwaltungsschwächen zu verhindern. Die Haltung der Partei spiegelt dabei größere Sorgen wider: Kann die Stadt Wachstum bewältigen, ohne das Budget aus dem Gleichgewicht zu bringen?

Quelle