Felix Banaszak will Männer mit neuem Feminismus-Ansatz gewinnen
Felix Banaszak, Co-Vorsitzender der deutschen Grünen, will eine neue Debatte über Männlichkeit und Feminismus anstoßen. Seine Initiative kommt zu einer Zeit, in der sich junge Männer zunehmend der extremen Rechten zuwenden, während ihre Altersgenossinnen eher linksliberale Parteien bevorzugen. Kürzlich gab er zu, dass sein bisheriger Ansatz möglicherweise zu scharf gewesen sei – nun versucht er es mit einer anderen Strategie.
Ersten Kontakt zu jungen Männern suchte Banaszak im Februar in einem Playboy-Interview, als er sie für feministische Ideen gewinnen wollte. Damals argumentierte er, dass starre Geschlechterrollen sowohl Männer als auch Frauen schadeten und dass Männer ein Interesse an Gleichberechtigung haben sollten. Später räumte er jedoch ein, sein Ton sei möglicherweise zu konfrontativ gewesen.
Im Juni besuchte er Vaterwelten in Krefeld, eine Organisation, die Geburtsvorbereitungskurse für werdende Väter anbietet. Dort forderte er eine bessere Förderung solcher Initiativen, da sie Männer wichtige Räume böten, um über Geschlechterfragen zu sprechen. Innerhalb seiner eigenen Partei setzt er sich nun für ähnliche Foren ein, in denen männliche Mitglieder diese Themen offen diskutieren können.
Auch sein persönlicher Stil sorgt für Aufmerksamkeit. Banaszaks Bürowände sind pink gestrichen – eine Entscheidung, die einen Welt-Kolumnisten zu spöttischen Kommentaren über die „belehende“ Haltung der Grünen veranlasste. Doch vor zwei Jahrzehnten trug der Fußballtorwart Tim Wiese noch ohne Kritik an seiner Männlichkeit Pink auf dem Platz. Der Vergleich zeigt, wie sehr sich die Einstellung zu Männern verändert hat, die traditionelle Normen infrage stellen.
Die politischen Konsequenzen sind beträchtlich. Bei der letzten Bundestagswahl stimmten Männer unter 24 mehrheitlich für die rechtsextreme AfD, während junge Frauen linksliberale Parteien wählten. Noch in diesem Jahr unterstellte der AfD-Politiker Maximilian Krah in einem Wahlkampfvideo jungen Männern, die Probleme bei der Partnersuche hätten, sie sollten „nach rechts“ tendieren.
Banaszak betont nun, wie wichtig es sei, in seiner Ansprache Entschlossenheit mit Empathie zu verbinden. Er ist überzeugt, dass Männer Teil des feministischen Diskurses sein müssen, erkennt aber an, dass Überzeugung mehr erfordert als bloße Konfrontation. Ob sein angepasster Ansatz die politischen Präferenzen junger Männer beeinflussen kann, bleibt abzuwarten.






