16 April 2026, 06:14

Geflüchtete erzählen in Schildgen: Vom Überleben zur neuen Heimat

Offenes Buch mit handgeschriebenem genealogischen Familienbaumchart, das die Abstammung einer deutschen Familie dokumentiert.

Geflüchtete erzählen in Schildgen: Vom Überleben zur neuen Heimat

Veranstaltung in Schildgen: Geflüchtete berichten über ihr neues Leben in Deutschland

Bei einer bevorstehenden Veranstaltung in Schildgen werden Geflüchtete von ihren Erfahrungen berichten, die nach ihrer Flucht in Deutschland eine neue Existenz aufgebaut haben. Einer von ihnen ist Habte Abrahle, der aus Eritrea floh, um der zwangsweisen Militärdienstpflicht und extremen Entbehrungen zu entgehen. Seine Reise führte ihn durch die Sahara, bevor er schließlich in dem kleinen deutschen Ort sesshaft wurde, wo er heute arbeitet und eine Familie gründete.

Habte Abrahle verließ Eritrea, um der obligatorischen Wehrpflicht und den grausamen Lebensbedingungen zu entkommen. Seine gefährliche Flucht umfasste die Durchquerung der Sahara in einem überfüllten Lastwagen, mit kaum Wasser oder Nahrung. Viele überlebten die extreme Hitze und die unwirtlichen Bedingungen nicht.

Nach seiner Ankunft in Deutschland im Jahr 2015 lebte er zunächst in einem Zelt, später in einem Frachtcontainer, bevor er nach Schildgen zog. Dort besuchte er über die Initiative "Willkommen in Schildgen" einen Deutschkurs und erwarb das B1-Sprachzertifikat. Doch finanzielle Verpflichtungen zwangen ihn, sich auf die Arbeit statt auf weitere Bildungswege zu konzentrieren.

Anfangs war Abrahle rassistischen Anfeindungen ausgesetzt, ließ sich davon jedoch nicht einschüchtern. Mit der Zeit hörten die Diskriminierungen auf. Er arbeitete als Bäcker und Greenkeeper, bevor er eine feste Anstellung auf einem Golfplatz fand. 2021 folgte seine Frau ihm nach Deutschland, und das Paar hat mittlerweile drei Kinder.

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Die Ausstellung "Angekommen", die Porträts von Geflüchteten – darunter auch Habte Abrahle – zeigt, ist derzeit bis zum 6. Dezember in "Himmel un Ääd" zu sehen. Am 28. November findet dort zudem die Veranstaltung "Angekommen – Erfahrungen und Leben in Deutschland/Schildgen" statt, bei der Abrahle und ein weiterer Geflüchteter ihre Geschichten teilen werden.

Habte Abrahles Weg von Eritrea nach Schildgen steht für sowohl Leid als auch Widerstandskraft. Die Ausstellung und die Veranstaltung sollen die Herausforderungen und Erfolge von Geflüchteten in ihren neuen Gemeinden beleuchten. Seine und andere Schicksale werden später in diesem Monat öffentlich vorgestellt.

Quelle