GLS Bank zwischen Kritik an Kontoschließungen und Mitglieder-Rückhalt
GLS Bank gerät wegen Kontoschließungen in die Kritik – trotz Rückhalt der Mitglieder
Die GLS Bank steht wegen jüngster Kontoschließungen massiv in der Kritik, was zu Protesten und einem offenen Brief der Initiative „Stop Debanking“ führte. Trotz der Vorwürfe erhielt der Vorstand des Instituts auf der Mitgliederversammlung in Bochum überwältigende Unterstützung.
Auslöser der Kontroverse war die Schließung von Konten, die mit bestimmten politischen Gruppen in Verbindung standen – darunter der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP). Die Bank sah sich daraufhin mit Vorwürfen der politischen Voreingenommenheit konfrontiert. DKP-Bundesgeschäftsführer Klaus Leger warf der GLS Bank „vorauseilenden Gehorsam“ vor, um ihre Geschäftsinteressen in den USA zu schützen. Die Bank wies jede politische Motivation zurück und betonte, sie handle ausschließlich nach strengen rechtlichen und regulatorischen Vorgaben des deutschen und europäischen Bankenrechts.
Die Initiative „Stop Debanking“, unterstützt von mehreren Organisationen, verwies darauf, dass Aufsichtsbehörden Banken verpflichten, verdächtige Transaktionen unverzüglich zu melden. Diese gesetzliche Pflicht könnte die Kontoschließungen erklären. Gleichzeitig bot die GLS Bank betroffenen Kunden Beratung an, um Transaktionen zu vermeiden, die als auffällig gelten könnten.
Auf der Mitgliederversammlung sprachen sich 676 von 720 anwesenden Mitgliedern für die Entlastung des dreiköpfigen Vorstands aus, zu dem Aysel Osmanoğlu nicht mehr als Sprecherin gehört. Die deutliche Mehrheit signalisierte damit weiterhin Vertrauen in die Bankführung – trotz des anhaltenden Streits.
Die DKP kündigte unterdessen an, die Zusammenarbeit mit der GLS Bank zu beenden und stattdessen auf die öffentlichen Sparkassen in Deutschland auszuweichen. Die Konten der „Roten Hilfe“ bleiben jedoch bestehen, und ein Gericht verpflichtete die Sparkasse Göttingen kürzlich, die Parteikonten weiterzuführen.
Die Abstimmung bestätigt die Bankführung in ihrer Position, doch die Folgen der Kontroverse sind noch nicht ausgestanden. Während die DKP mit dem Wechsel zu den Sparkassen einen klaren Bruch vollzieht, bleiben die Konten der „Roten Hilfe“ unangetastet. Die GLS Bank hält an ihrer Compliance-Strategie fest – die Debatte über mögliche politische Einflüsse bleibt damit ungelöst.






