Inflation steigt auf 4,6 Prozent – warum die Krise von 2022 droht zurückzukehren
Klaudia GnatzInflation steigt auf 4,6 Prozent – warum die Krise von 2022 droht zurückzukehren
Deutschland steht vor einem deutlichen Anstieg der Inflation, ausgelöst durch die eskalierenden Spannungen im Persischen Golf. Der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran hat die Energiepreise in die Höhe getrieben und weckt Befürchtungen, dass sich die Krise von 2022 wiederholen könnte. Ökonomen warnen nun vor steigenden Kosten für Haushalte und Unternehmen in den kommenden Monaten.
Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) hat seine Inflationsprognose nach oben korrigiert und erwartet bis Dezember 2024 eine Rate von 4,6 Prozent. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber früheren Schätzungen – für das Jahr 2026 wird nun ein Durchschnitt von 3,5 statt 2,7 Prozent prognostiziert. Der Sprung folgt auf einen US-Angriff auf den Iran, der die globalen Ölmärkte durcheinandergebracht und die Spritpreise in die Höhe getrieben hat.
Als Reaktion hat die Bundesregierung kurzfristige Entlastungsmaßnahmen auf den Weg gebracht. Ab dem 1. Mai tritt ein temporärer Kraftstoffrabatt in Kraft, der die Steuern auf Diesel und Benzin für zwei Monate um etwa 17 Cent pro Liter senkt. Zudem dürfen Arbeitgeber ihren Beschäftigten einen steuerfreien Bonus von bis zu 1.000 Euro gewähren, um die gestiegenen Lebenshaltungskosten abzufedern.
Markus Demary, Geldpolitik-Experte des IW, fordert weitere Unterstützung für einkommensschwache Haushalte. Er schlägt vor, die Pendlerpauschale zu erhöhen, um die finanzielle Belastung zu verringern. Seine Sorgen speisen sich aus der Kombination von hoher Inflation und schwachem Wirtschaftswachstum – eine Konstellation, die an die Energiekrise 2022 erinnert. Damals hatte die Teuerungsrate mit über 10 Prozent ihren Höhepunkt erreicht, der Jahresdurchschnitt lag bei 6,9 Prozent.
Sollte der Preisanstieg anhalten, könnte die EZB erneut eingreifen müssen, wie bereits während der letzten Krise. Die aktuellen Prognosen des IW basieren auf den Preisentwicklungen von 2022, als Russlands Angriff auf die Ukraine die Energiepreise explodieren ließ.
Die Maßnahmen der Regierung zielen auf eine schnelle Entlastung ab, doch sollten die hohen Inflationsraten anhalten, könnten langfristigere Lösungen nötig werden. Angesichts der volatilen Energiepreise und der schwachen Konjunktur drohen Haushalten und Unternehmen anhaltende finanzielle Belastungen. Die Lage bleibt unsicher, da geopolitische Spannungen weiterhin die globalen Märkte beeinflussen.






