18 June 2026, 04:10

Karenztage: Warum Arbeitgeber auf Vertrauen statt auf Strafen setzen

Gesunde Führung statt Krankheit

Karenztage: Warum Arbeitgeber auf Vertrauen statt auf Strafen setzen

Die Idee, Karenztage – also eine vorübergehende Aussetzung des Krankengeldes – wieder einzuführen, hat eine politische und wirtschaftliche Debatte ausgelöst. Arbeitgeber setzen mittlerweile auf Vertrauen und gesundheitliche Unterstützung statt auf Sparmaßnahmen. Im Mittelpunkt der Diskussion stehen nun Unternehmens Kultur und das Wohlbefinden der Beschäftigten, nicht finanzielle Sanktionen.

Der Vorschlag, Karenztage einzuführen, stammt vom ZEW-Forschungsinstitut und dem Kronberger Kreis und soll die Effizienz steigern. Eine Umsetzung würde jedoch neue Gesetze erfordern, da es derzeit keine rechtliche Grundlage dafür gibt.

Eine aktuelle #whatsnext-Studie der Krankenkasse TK ergab, dass zwei Drittel der Befragten gegen eine Kürzung des Krankengeldes sind. TK-Chef Jens Baas warnte, dass eine solche Maßnahme Beschäftigte nur dazu bringen würde, notwendige Behandlungen hinauszuzögern – mit der Folge längerer Ausfallzeiten.

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Die Personalexpertin Magdalena Rogl kritisierte den Fokus auf Einsparungen beim Krankengeld. Stattdessen forderte sie eine empathische Führungskultur und ein Unternehmensumfeld, das Gesundheit fördert. Auch das Arbeits-, Gesundheits- und Sozialministerium von NRW unterstützt diesen Ansatz. Minister Karl-Josef Laumann lehnte die Wiedereinführung von Karenztagen ausdrücklich ab.

Unternehmen konzentrieren sich stattdessen auf bessere Arbeitsbedingungen und den Aufbau von Vertrauen anstelle von Strafmaßnahmen. Die politische und fachliche Meinung tendiert klar zu Gesundheitsförderung statt zu finanziellen Sanktionen. Rechtliche Hürden erschweren ohnehin jeden Versuch, Karenztage einzuführen.

Quelle