Kushners Luxusresort in Albanien löst Proteste und Korruptionsermittlungen aus
Klaudia GnatzKushners Luxusresort in Albanien löst Proteste und Korruptionsermittlungen aus
Ein Milliardendeal für ein Luxusresort von Jared Kushner in Albanien sorgt für Aufsehen. Das Projekt, das im geschützten Vjosa-Narta-Delta entstehen soll, stößt auf Proteste der lokalen Bevölkerung und Besorgnis der EU wegen möglicher Korruptionsrisiken.
Das Vjosa-Narta-Delta ist Europas erster Wildfluss-Nationalpark und beherbergt seltene Rosaflamingos, Pelikane sowie Schildkrötenbrutstätten. Der Baubeginn des Resorts löste Demonstrationen aus – Aktivisten hielten dabei pinkfarbene Flamingo-Ausschnitte als Symbol des Widerstands hoch.
Kushners Firma Affinity Partners erhielt von der Regierung des albanischen Ministerpräsidenten Edi Rama den Status eines „strategischen Investors“. Dadurch konnte das Vorhaben Umweltprüfungen umgehen. Mittlerweile haben albanische Anti-Korruptionsbehörden eine Untersuchung des Deals eingeleitet.
Albanien, ein kleines Balkanland, ist zwar mehrheitlich muslimisch, aber ein säkularer Staat und NATO-Mitglied. Seit 2014 besitzt das Land den EU-Kandidatenstatus, doch die EU kritisiert weiterhin Korruption und eine schwache Rechtsstaatlichkeit. Zudem hat Albanien Tausende Mitglieder der iranischen Exilgruppe Mujahedin-e Chalq (MEK) aufgenommen. Rama unterstützt die Organisation öffentlich und wirft dem Iran vor, Proteste in Albanien zu schüren.
Die Ermittlungen zu Kushners Geschäft werfen ein Schlaglicht auf die anhaltende Prüfung ausländischer Investitionen in Albanien. Die ökologischen Folgen des Resorts und die politischen Verquickungen bleiben Gegenstand der Untersuchungen. Das Ergebnis könnte sich auf Albaniens EU-Beitrittsbemühungen und seinen Ruf als Wirtschaftsstandort auswirken.






