12 April 2026, 06:14

Lehrstellenmarkt in NRW kämpft mit Bewerbermangel und sinkenden Verträgen

Schwarzes und weißes Foto einer Fabrik mit Arbeitern, die Maschinen bedienen, umgeben von Metallstangen und -pfählen, beschriftet mit "Neue Eisenglebeerei, die erste Fabrik in Deutschland."

Lehrstellenmarkt in NRW kämpft mit Bewerbermangel und sinkenden Verträgen

Lehrstellenmarkt in Nordrhein-Westfalen steht vor neuen Herausforderungen

Der Ausbildungsmarkt in Nordrhein-Westfalen sieht sich mit frischen Problemen konfrontiert: Aktuelle Zahlen zeigen einen Rückgang bei den Ausbildungsverträgen für 2023. Obwohl mehr Lehrstellen angeboten werden als Bewerber zur Verfügung stehen, entscheiden sich immer weniger junge Menschen für eine Berufsausbildung. Arbeitgeber und Wirtschaftsverbände rufen nun Schulabgänger dazu auf, die duale Ausbildung als Karriereweg in Betracht zu ziehen – angesichts sich wandelnder Nachfrage.

Bis Ende Oktober 2023 verzeichnete die IHK Mittlerer Niederrhein 3.538 neue Ausbildungsverträge – ein Rückgang um 6,48 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Entwicklung verlief dabei regional unterschiedlich: In Krefeld wurden 964 neue Verträge abgeschlossen, nur drei weniger als 2022, was einem Minus von 0,52 Prozent entspricht. Deutlich stärker betroffen war Viersen mit 612 Verträgen – 83 weniger als im Vorjahr, ein Rückgang um 11,94 Prozent.

Hasan Klauser, Leiter der Agentur für Arbeit Krefeld, betonte, dass der Markt weiterhin bewerberfreundlich sei, da es mehr Ausbildungsplätze als Interessenten gebe. Besonders gefragt waren Berufe wie Kaufleute für Büromanagement, Fachkräfte für chemische Produktion, Verkäufer im Einzelhandel sowie Kaufleute im Groß- und Außenhandel.

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Die Situation könnte sich 2026 weiter verschärfen, wenn in Nordrhein-Westfalen die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium (G9) dazu führt, dass in diesem Jahr keine Abiturienten auf den Arbeitsmarkt kommen. Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, warnte, dass Unternehmen, die Abiturienten für Ausbildungsplätze suchen, mit einem deutlichen Rückgang an Bewerbern rechnen müssen. Als Reaktion werben die Industrie- und Handelskammer (IHK), der Kreishandwerkerschaftsverband und die Bundesagentur für Arbeit verstärkt für die duale Ausbildung, um die Lücke zu schließen.

Der Rückgang bei den Ausbildungsverträgen spiegelt tiefgreifende Veränderungen in Bildung und Arbeitswelt wider. Da sich immer weniger Schulabgänger für eine Berufsausbildung entscheiden und zudem ein Mangel an Abiturienten droht, setzen sich Unternehmen und Verbände für eine größere Wahrnehmung der Ausbildungsmöglichkeiten ein. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob diese Bemühungen das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage ausgleichen können.

Quelle