Lissabons CSD-Demo warnt vor Rückschritten bei LGBTI+-Rechten und wachsender rechtsextremer Gefahr
Klaudia GnatzLissabons CSD-Demo warnt vor Rückschritten bei LGBTI+-Rechten und wachsender rechtsextremer Gefahr
Lissabons 27. CSD-Demo startete mit Warnungen vor Rückschritten bei Rechte
Am Samstagnachmittag um 17:00 Uhr begann in Lissabon der 27. Christopher Street Day (CSD) mit dem Aufmarsch vom Marquês-de-Pombal-Platz. Tausende Menschen folgten dem Aufruf der Veranstalter, die vor wachsenden Bedrohungen für hart erkämpfte Rechte warnten. Politiker:innen und Aktivist:innen wiesen auf eine besorgniserregende Wende in der Regierungspolitik hin, die sich zunehmend gegen die queere Community richte.
In den Jahren 2024 und 2025 zogen jeweils rund 50.000 Teilnehmende durch die Stadt – ein Zeichen für die anhaltende Unterstützung der LGBTI+-Rechte. Bei der diesjährigen Demonstration schlossen sich 17 Initiativen zusammen, die sich für queere Belange, Feminismus und Antirassismus einsetzen.
Paulo Muacho von der Partei Livre rief zur Teilnahme auf und verwies auf den Erstarkung rechtsextremer Kräfte, die sich gegen den Schutz von LGBTI+-Personen stellen. Besonders besorgniserregend sei die Gefahr einer Abschaffung des Gesetzes 38/2018, das die selbstbestimmte Geschlechtsidentität garantiert. Auch das Organisationskomitee des CSD teilte diese Sorgen und warnte, dass LGBTQI+-Menschen und ihre Familien in der aktuellen politischen Lage zunehmend verletzlicher würden.
Joana Mortágua vom Linksblock kritisierte den konservativen Kurs der Regierung und bezeichnete den Abbau von Rechten als „zief beunruhigend“. Der Aktivist Helder Bértolo prognostizierte für 2026 noch größere Demonstrationen – angetrieben von der Angst vor weiteren Angriffen auf die Gleichberechtigung.
Die Kundgebung endete mit Appellen zur Wachsamkeit gegenüber legislativen Rückschritten. Die Veranstalter betonten, wie wichtig Solidarität angesichts wachsender politischer Spannungen sei. Mit unvermindert hoher Beteiligung unterstrich der CSD den ungebrochenen Willen der Community, ihre Rechte zu verteidigen.






