29 April 2026, 04:42

Marathon-Theater feiert triumphale Rückkehr auf deutsche Bühnen

Offenes Buch mit dem Titel "The Theatre: A Monthly Review of the Drama, Music, and the Fine Arts" mit sichtbarem Text und einem Logo auf der Seite.

Marathon-Theater feiert triumphale Rückkehr auf deutsche Bühnen

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Das diesjährige Berliner Theatertreffen (1. bis 17. Mai) zeigt: Lange Theaterabende sind zurück – und begeistern das Publikum wie kaum zuvor. Karten für Wallenstein, ein siebenstündiges Spektakel, waren innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Ein Beweis dafür, dass das Publikum nach wie vor große, ausufernde Bühnenerlebnisse sucht.

Deutschlands Vorliebe für ausgedehnte Theaterstücke reicht Jahrzehnte zurück. Besonders das Regietheater, das in den 1970er- und 1980er-Jahren aufkam, trieb die Spieldauern auf neue Rekordlängen. Robert Wilsons Einstein on the Beach (Uraufführung 1976) dauerte vier bis fünf Stunden – ohne Pause. Luk Percevals Schlachten beim Salzburger Festspiel 1999 dehnte sich über zwölf Stunden, und die Bochumer Inszenierung von Die Brüder Karamasow (2023) brachte es auf sieben Stunden.

Die Pandemie unterbrach diesen Trend kurzzeitig: Viele Häuser strichen Pausen, um die Vorstellungen zu verkürzen. Doch nun ist die Lust am "Ausdauertheater" zurück. Die Münchner Kammerspiele zeigen Wallenstein. Ein Festspiel in sieben Gängen, eine siebenstündige Adaption von Schillers Trilogie. Die Berliner Volksbühne plant zudem die Wiederbelebung von Peer Gynt, dessen erster Teil einst acht Stunden dauerte.

Nora Hertlein-Hull, Leiterin des Berliner Theatertreffens, erlebte ihre erste Ultra-Langzeitinszenierung 2007. Zwar erfasst der Deutsche Bühnenverein keine Spieldauern statistisch, doch die Nachfrage nach solchen Marathonstücken ist unübersehbar – besonders, wenn Festivals wie das Theatertreffen sie ins Rampenlicht rücken.

Der Erfolg von Wallenstein und anderen Langzeitproduktionen beweist: Das Publikum steht nach wie vor auf theatralische Ausdauerproben. Mit großen Häusern, die epische Inszenierungen wiederbeleben oder neu produzieren, bleibt die Tradition des Marathon-Theaters in Deutschland ungebrochen. Festivals und Regisseure setzen weiterhin auf die anhaltende Faszination dieses Formats.

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