Maria Kalesnikava: Vom belarussischen Gefängnis zur Freiheit in Deutschland
Klaudia GnatzMaria Kalesnikava: Vom belarussischen Gefängnis zur Freiheit in Deutschland
Maria Kalesnikava, eine zentrale Figur der prodemokratischen Bewegung in Belarus im Jahr 2020, kam im Dezember 2025 nach mehr als fünf Jahren Haft frei. Heute lebt sie in Deutschland, wo ihr Einsatz für demokratischen Wandel weiterhin internationale Aufmerksamkeit erregt. Für ihr Wirken zusammen mit anderen Oppositionellen erhielt sie 2022 eine der höchsten Auszeichnungen Europas.
Kalesnikavas Inhaftierung begann im September 2020, als sie in Minsk während der massenhaften Proteste gegen die autoritäre Führung in Belarus festgenommen wurde. Ein Jahr später, 2021, wurde sie zu elf Jahren Haft verurteilt – wegen ihres Engagements gegen das Regime.
2022 wurde Kalesnikava gemeinsam mit den Oppositionspolitikerinnen Swjatlana Zichanouskaja und Veronika Zepkalo mit dem Internationalen Karlspreis ausgezeichnet. Die seit 1950 verliehene renommierte Ehrung würdigt Verdienste um die europäische Einigung und demokratische Werte. Das Trio erhielt die Auszeichnung für seinen Widerstand gegen die autoritäre Herrschaft und seinen Einsatz für demokratische Reformen in Belarus.
Nach Jahren im Gefängnis wurde Kalesnikava im Dezember 2025 im Rahmen einer größeren Freilassung politischer Häftlinge entlassen. Seitdem lebt sie in Deutschland, wobei bisher keine offiziellen Schritte der deutschen Regierung zur Unterstützung für sie oder andere belarussische Aktivistinnen öffentlich bekannt wurden.
Ihre Freilassung markiert das Ende einer langen Haftzeit, nicht aber das Ende ihres Engagements. Der Karlspreis bleibt ein Zeugnis für ihren Kampf und den ihrer Mitstreiterinnen für Demokratie in Belarus. Vorerst wird sie ihre künftigen Aktivitäten von Deutschland aus gestalten, wo sie nach Jahren der Inhaftierung Zuflucht gefunden hat.