14 March 2026, 12:13

Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis 2022 für ihren mutigen Widerstand in Belarus

Ein rotes und weißes Kissen mit der Aufschrift "Gerechtigkeit für Belarus" auf einem weißen Hintergrund.

Spätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis 2022 für ihren mutigen Widerstand in Belarus

Die belarussische Oppositionsführerin Maria Kolesnikowa ist mit dem Internationalen Karlspreis 2022 für ihren Einsatz für Demokratie ausgezeichnet worden. Die Ehrung würdigt ihren Mut im Widerstand gegen das autoritäre Regime von Alexander Lukaschenko. Die Preisverleihung fand in der Aachener Krönungshalle statt – nach Jahren in Haft.

Kolesnikowa, eine ausgebildete Musikerin und Kulturmanagerin, wurde 2020 zu einer Schlüsselfigur der Massenproteste gegen die umstrittene Wiederwahl Lukaschenkos. Noch im selben Jahr wurde sie festgenommen und später zu elf Jahren in einer Strafkolonie verurteilt. Trotz des harten Urteils lehnte sie es ab, das Land zu verlassen, selbst als ihr die Möglichkeit zur Emigration angeboten wurde.

Der Karlspreis, der jährlich für Verdienste um Europa verliehen wird, ging zuvor an Persönlichkeiten wie Papst Franziskus, Emmanuel Macron und Bill Clinton. Die Zeremonie für Kolesnikowa fand zwar 2022 statt, doch sie saß zu diesem Zeitpunkt noch im Gefängnis. Ihre Freilassung erfolgte erst im Dezember 2025 im Rahmen einer Amnestie, die 123 politische Gefangene betraf.

Nach ihrer Entlassung bot Deutschland ihr Schutz an; sie soll nun politisches Asyl erhalten. Der Internationale Strafgerichtshof leitete im März 2026 ein Vorermittlungsverfahren gegen Belarus ein, mit Fokus auf Vorwürfe zu Zwangsdeportationen und staatlich gelenkter Kriminalität.

Der ehemalige Präsident der Europäischen Zentralbank und italienische Ex-Ministerpräsident Mario Draghi wurde 2023 mit demselben Preis geehrt.

Kolesnikowas Auszeichnung krönt Jahre des Widerstands und des Kampfes für demokratische Reformen in Belarus. Ihr Fall hat weltweit Aufmerksamkeit erregt, darunter auch juristische Schritte gegen Lukaschenkos Regierung. Der Karlspreis unterstreicht ihre Rolle in einer Bewegung, die trotz Repression weiterbesteht.

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