13 April 2026, 16:14

Marls Bürgermeister gedenkt der nach Riga deportierten jüdischen Opfer

Kleines weißes Holocaust-Gedenkmonument in einem grasbewachsenen Friedhof umgeben von einem Zaun und Bäumen unter einem klaren blauen Himmel in Vilnius, Litauen.

Marls Bürgermeister gedenkt der nach Riga deportierten jüdischen Opfer

Marls neu gewählter Bürgermeister Thomas Terhorst nahm in diesem Jahr an der Gedenkveranstaltung für jüdische Bürger teil, die während der NS-Zeit nach Riga deportiert wurden. Die jährliche Zeremonie, die stets am ersten Sonntag im November stattfindet, ehrte das Andenken an rund 3.000 Männer, Frauen und Kinder aus dem Raum Recklinghausen, die verschleppt und ermordet wurden. Terhorst betonte die Bedeutung, die Opfer zu erinnern und Verantwortung für ihr Schicksal zu übernehmen.

Die Veranstaltung fand auf dem Jüdischen Friedhof in Recklinghausen statt. Zu den Rednern zählten Bodo Klimpel, Landrat des Kreises Recklinghausen, sowie Mark Rosendahl, Bezirksleiter des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Sie wandten sich an die Anwesenden, darunter auch Angehörige der Opfer, wie den Sohn von Rolf Abrahamsohn, einem Marler Bürger, der deportiert und getötet wurde.

Die Stadtverwaltung Marl ist seit 2010 Mitglied im Deutschen Riga-Komitee, das an die mehr als 25.000 Jüdinnen und Juden erinnert, die nach Riga verschleppt wurden – die meisten von ihnen im Wald von Bikernieki ermordet. Auch Marler Bürger gehörten zu den Opfern, und ihre Schicksale bleiben ein zentraler Bestandteil der Gedenkarbeit.

Terhorst würdigte die Leidtragenden und unterstrich, dass ihr Andenken bewahrt werden müsse. Er bezeichnete das Schicksal der Opfer als Mahnung, die Verpflichtung zu Erinnerung und Verantwortung weiterzutragen. Die Veranstaltung stand erneut im Zeichen der Reflexion über die an jüdischen Gemeinden verübten Gräueltaten. Durch das Engagement Marl und des Deutschen Riga-Komitees wird sichergestellt, dass die Opfer nicht in Vergessenheit geraten. Die Gedenkfeier dient als Erinnerung an die verlorenen Leben und die fortwährende Pflicht, sie zu ehren.

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