15 April 2026, 12:16

Mediengruppe Stein meldet Insolvenz – 100 Millionen Euro in Gefahr

Zwei Bände von "Pearson's Magazine, Vol. VII, January to June, 1899" vor dunklem Hintergrund.

Mediengruppe Stein meldet Insolvenz – 100 Millionen Euro in Gefahr

Mediengruppe Stein, Deutschlands zweitgrößter Fachmedien-Distributor, ist in die Insolvenz gerutscht. Das Unternehmen sowie alle 18 Tochtergesellschaften beantragten Anfang Oktober 2022 die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Der plötzliche Zusammenbruch sendet Schockwellen durch die Verlags- und Buchhandelsbranche und gefährdet Umsätze in Höhe von 100 Millionen Euro.

Die Probleme begannen am 17. September 2022, als die A. Stein'sche Buchhandlung, ein großer Buchhändler mit 80 Mitarbeitern, Insolvenz anmeldete. Innerhalb weniger Wochen folgte die Mediengruppe Stein mit ihren 250 Beschäftigten. Auch bekannte Tochterunternehmen wie Solon, Delbanco, Massmann und Albert Müller wurden in die Verfahren hineingezogen.

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Die Mediengruppe hatte sich in den vergangenen Jahren rasant ausgeweitet und Unternehmen wie Solon, IMS, LSL, Frohberg und Delbanco übernommen. Doch die Integration dieser Zukäufe gestaltete sich weitaus schwieriger als erwartet. Branchenkenner wie Jörg Pieper von Get More Brain hatten bereits Bedenken wegen des ungebremsten Wachstums des Unternehmens geäußert.

Der Kollaps sorgt nun für weitreichende Verunsicherung. Bundesministerien, Bibliotheken und Verlage bemühen sich fieberhaft, die Folgen abzuschätzen. Dienste wie Börsenblatt Plus, das für fünf Euro im Monat Branchennachrichten und digitale Archive anbietet, bleiben von der Krise jedoch unberührt.

Mit 100 Millionen Euro an gefährdeten Umsätzen reißt die Insolvenz eine große Lücke in den Markt. Das Scheitern der Mediengruppe Stein und ihrer Töchter wird Konkurrenten, Lieferanten und Kunden zum schnellen Handeln zwingen. Gerichte werden nun entscheiden, wie mit den verbleibenden Vermögenswerten und Verträgen verfahren wird.

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