Neues Theater Senftenberg glänzt – doch künstlerischer Leiter muss gehen
Evi NergerNeues Theater Senftenberg glänzt – doch künstlerischer Leiter muss gehen
Das Neue Theater Senftenberg ist wieder in aller Munde – wie zu Zeiten der DDR
Das Neue Theater Senftenberg sorgt erneut für regionales Aufsehen, ähnlich wie in den Tagen der DDR. Die jüngste Saisoneröffnung in der Niederlausitz-Halle zog mit einer lebhaften Debatte über den Sport in Ostdeutschland und einem unterhaltsamen Programm die Blicke auf sich. Doch hinter den Kulissen gibt es Streit um die Zukunft des künstlerischen Leiters, Daniel Ris, dessen Vertrag nach fünf Jahren nicht verlängert wird.
Die Eröffnungsveranstaltung begann mit einer anregenden Diskussion über die Rolle des Sports in der DDR, gefolgt von einem abwechslungsreichen Programm. Ein Höhepunkt war der Soloauftritt der Schauspielerin Catharina Struwe, der viele Zuschauer tief berührte. Der zweite Teil des Abends nahm eine heitere Note an – eine Mischung aus Nostalgie und Humor, fernab von politischem Extremismus, die dennoch beim Publikum ankam.
Die Texte des polnischen Regisseurs Kajetan Skurski, zunächst nostalgisch über die DDR, nahmen später eine satirische Wendung: Sie karikierten den militanten Trainingsdrill und spielten auf Doping-Skandale an. Der Erfolg der Veranstaltung spiegelte Ris' Bemühungen wider, das Theater mit mutigen Saisoneröffnungen an historischen Orten bekannter zu machen – die Besucherzahlen stiegen, die Einnahmen ebenfalls.
Trotz dieser Erfolge erhielt Ris im März 2023 die Mitteilung, dass sein bis 2027 laufender Vertrag nicht verlängert wird. Die Gründe bleiben unklar, doch es gibt Spekulationen: Sein offener Führungsstil, Konflikte in der Leitungsebene und Vorwürfe struktureller Misswirtschaft werden genannt. Manche vermuten, dass seine klare Haltung gegen rechtsextreme Gruppen eine Rolle spielte, andere verweisen auf unbewiesene Vorwürfe eines finanziellen Schadens in Höhe von 250.000 Euro. Weder die Stadt Senftenberg noch der Landkreis Oberspreewald-Lausitz haben jedoch Reformen im Zusammenhang mit der Neuausschreibung der Position angekündigt.
Ris, zwar frustriert über seine faktische Entlassung, konzentriert sich nun auf seine vierte und letzte Spielzeit. Gleichzeitig sondiert er bereits neue berufliche Möglichkeiten und war seit der Entscheidung zu seinem ersten Vorstellungsgespräch.
Unter Ris' Leitung blüht das Neue Theater Senftenberg weiter auf, zieht Publikum an und festigt seinen regionalen Stellenwert. Doch sein Abschied im nächsten Jahr wirft Fragen auf: Ohne klare Reformpläne und mit vagen Vorwürfen bleibt ungewiss, wer die Nachfolge antreten wird – und ob der in den letzten Jahren aufgebaute Schwung gehalten werden kann. Die Zukunft des Theaters steht nun auf dem Spiel.






