Podcaster Ben Berndt wehrt sich gegen Forderungen der Medienanstalt nach Höcke-Interview
Klaudia GnatzPodcaster Ben Berndt wehrt sich gegen Forderungen der Medienanstalt nach Höcke-Interview
Der Podcaster Ben Berndt sieht sich mit Forderungen der Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalen konfrontiert, ein Interview mit Björn Höcke zu überarbeiten. Die Folge, die in seinem Format ungeskriptet über sechs Millionen Mal gestreamt wurde, hat die Aufmerksamkeit der Regulierungsbehörde auf sich gezogen. Berndt hat öffentlich erklärt, der Aufforderung nicht nachkommen zu wollen.
Die LfM hatte Berndt angewiesen, bis zum 30. Juni erläuternde Hinweise zum Höcke-Interview hinzuzufügen. In dem Gespräch war es unter anderem um Höckes rechtskräftige Verurteilungen wegen der Verwendung des Slogans „Alles für Deutschland“ gegangen. Berndt hatte die Folge bereits einmal überarbeitet, nachdem die ehemalige AfD-Co-Vorsitzende Frauke Petry auf einen sachlichen Fehler hingewiesen hatte.
Berndt lehnte die jüngste Forderung ab und bezeichnete sie als staatliche Zensur. Er argumentierte, eine Nachgabe würde ein gefährliches Präzedenzfall für andere Podcaster schaffen. Die LfM wies den Zensurvorwurf zurück und beschrieb ihr Vorgehen als die mildeste mögliche Maßnahme im Rahmen ihrer Aufsichtsrolle.
Seit 2020 hat die Behörde 38 vergleichbare Hinweise an Betreiber digitaler Inhalte erteilt. Ihre Befugnisse erstrecken sich auf bestimmte digitale Medien, darunter Podcasts und Streaming-Plattformen. Berndt bleibt standhaft und betont, keine weiteren Änderungen vornehmen zu wollen. Die Medienanstalt hält daran fest, dass es sich um einen standardmäßigen Verfahrensschritt handle. Der Streit unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen Content-Erstellern und Regulierungsbehörden in Deutschland.
