19 March 2026, 16:16

Psychotherapeut:innen in NRW protestieren gegen drohende Honorarkürzungen ab 2026

Schwarze und weiße Zeitung mit der Überschrift "Berliner Wespen, 6. August 1875", die eine Gruppe von Menschen zeigt, die besorgt wirken und einige ängstlich nach oben und andere verwirrt nach unten blicken.

Psychotherapeut:innen in NRW protestieren gegen drohende Honorarkürzungen ab 2026

Psychotherapeut:innen in Nordrhein-Westfalen protestieren am Donnerstag gegen geplante Honorarkürzungen

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In ganz Nordrhein-Westfalen (NRW) bereiten sich Psychotherapeut:innen auf Proteste gegen geplante Gehaltskürzungen vor, die für diesen Donnerstag in mehreren Großstädten stattfinden sollen – darunter Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen und Bielefeld. Die ab April 2026 vorgesehenen Kürzungen lösen Sorgen aus, die Versorgung im Bereich der psychischen Gesundheit in der Region könnte sich weiter verschlechtern.

Ab 1. April 2026: 4,5 Prozent weniger Vergütung für psychotherapeutische Leistungen Ab dem 1. April 2026 werden die Krankenkassen die Erstattungssätze für psychotherapeutische Behandlungen um 4,5 Prozent senken. Diese Entscheidung hat unter Behandler:innen Empörung ausgelöst, die ohnehin bereits zu den am schlechtesten bezahlten Fachkräften im deutschen Gesundheitswesen zählen. Die Psychotherapeutenkammer NRW warnt, dass die finanzielle Belastung die psychotherapeutische Versorgung weiter schwächen könnte – insbesondere für Patient:innen, die auf die gesetzliche Krankenversicherung angewiesen sind.

Wartzeiten von fünf Monaten – in ländlichen Regionen noch länger Aktuell müssen Patient:innen in NRW im Schnitt fünf Monate auf einen Ersttermin in der Psychotherapie warten. Besonders prekär ist die Situation in ländlichen Gebieten sowie in der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie, wo der Mangel an Therapeut:innen besonders gravierend ist. Schätzungen zufolge fehlen in Deutschland mindestens 7.000 öffentlich finanzierte Psychotherapieplätze. Veraltete Planungsvorgaben und regionale Versorgungslücken verschärfen das Problem zusätzlich.

Hohe Kosten für Praxisgründung – Kassensitz als Hürde für Nachwuchs Die finanziellen Hürden bei der Praxisgründung verschärfen die Krise weiter. Moritz Esser-Wolters etwa investierte 50.000 Euro, um seine psychotherapeutische Praxis in Coesfeld zu eröffnen. Die Bewilligung eines Kassensitzes – der Zulassung für die Behandlung gesetzlich Versicherter – ist oft mit unkalkulierbaren Kosten verbunden und erschwert neuen Therapeut:innen den Einstieg in das System. Einige Behandler:innen könnten nun vermehrt auf Privatpatient:innen ausweichen, die höhere Honorare zahlen – was die Wartezeiten für gesetzlich Versicherte noch weiter verlängern würde.

Kürzungen drohen, Versorgungskrise zu verschärfen Die geplanten Honorarkürzungen könnten die ohnehin angespannte Versorgungssituation weiter zuspitzen. Angesichts bereits jetzt langer Wartezeiten und flächendeckender Engpässe könnte die Senkung der Erstattungssätze noch mehr Therapeut:innen in die Privatpraxis drängen – mit der Folge, dass gesetzlich Versicherte noch weniger Möglichkeiten für eine zeitnahe Behandlung haben.

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