11 May 2026, 00:19

Rettungskräfte fordern krisensicheres Breitbandnetz als Digitalfunk-Nachfolger

Feuerwehrleute in Schutzausrüstung arbeiten an einem Feuerhydranten mit Rohren und Ventilen im Hintergrund.

Rettungskräfte fordern krisensicheres Breitbandnetz als Digitalfunk-Nachfolger

Rettungskräfte in Deutschland drängen auf ein neues krisensicheres Breitbandnetz, das das aktuelle Digitalfunk-System ersetzen soll. Die bestehende Technologie, die auf dem europäischen TETRA-Standard basiert, bewältigt zwar Sprachübertragungen und kurze Daten zuverlässig, genügt aber nicht mehr den modernen Anforderungen. Auf dem jüngsten Blaulicht-Tag in Essen betonten Fachleute die dringende Notwendigkeit eines Upgrades, um im Katastrophenfall eine zuverlässige Kommunikation zu gewährleisten.

Das aktuelle Digitalfunk-BOS-System hat sich in Notlagen zwar als verlässlich erwiesen. Ein kürzlicher Stromausfall in Berlin zeigte seine Stabilität: Während andere Netze ausfielen, blieben Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte miteinander verbunden. Doch Beamte warnen, dass Sprachübertragung und einfache Datenübertragung allein nicht mehr ausreichen.

Bei der Feuerwehr Essen wurden in Live-Demonstrationen sowohl die Stärken als auch die Grenzen des Systems deutlich. Die Staatssekretärin Dr. Daniela Lesmeister unterstrich: „Kommunikation ist das A und O jedes Einsatzes.“ Ohne sie drohten die Einsatzkräfte in Großschadenslagen die Kontrolle zu verlieren, so ihre Warnung.

Als Lösung schlagen Experten ein autarkes Breitbandnetz vor, das UHF-Frequenzen zwischen 470 und 694 Megahertz nutzt. Dies würde schnellere Datenübertragungen ermöglichen und widerstandsfähiger gegen Ausfälle durch Hochwasser, Brände oder Stromausfälle sein. Innenminister Herbert Reul aus Nordrhein-Westfalen unterstützte die Forderung und betonte, dass zuverlässige Kommunikation oberste Priorität haben müsse.

Lesmeister äußerte zudem Bedenken hinsichtlich der Sicherung der benötigten Frequenzen. Ohne diese drohten den Rettungskräften kritische Lücken in der Koordination, warnte sie. Für weitere Informationen steht die Koordinierungsstelle Digitalfunk BOS in Nordrhein-Westfalen unter [email protected] zur Verfügung.

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Der Vorstoß für ein neues Breitbandnetz kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das aktuelle System an seine Grenzen stößt. Die Einsatzkräfte benötigen schnellere und robustere Kommunikationswege, um mit den zunehmend komplexeren Krisenlagen Schritt zu halten. Die Ergebnisse der aktuellen Diskussionen werden entscheiden, wie gut Rettungskräfte in zukünftigen Katastrophen handeln können.

Quelle