Salzgitter rettet HKM in Duisburg vor der Schließung – doch der Wandel wird hart
Aneta WilmsenSalzgitter rettet HKM in Duisburg vor der Schließung – doch der Wandel wird hart
Die Zukunft der Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) in Duisburg ist nach monatelanger Unsicherheit gesichert. Die Salzgitter AG übernimmt das traditionsreiche Stahlwerk bis Juni 2026 vollständig und verhindert so dessen Schließung. Die Einigung bringt Erleichterung für die Belegschaft, die um ihre Arbeitsplätze und Existenzgrundlagen bangte.
Seit mehr als einem Jahrhundert prägt die HKM das Stadtbild von Duisburg – nachts leuchten die Hochöfen gelb, wenn flüssiges Eisen aus den Öfen fließt. Das Werk produziert jährlich über vier Millionen Tonnen Stahl, doch veraltete Anlagen und finanzielle Probleme setzten seine Zukunft aufs Spiel. Der Mehrheitseigner Thyssenkrupp drängte auf einen schnellen Verkauf seiner Anteile und bot sogar Mittel an, um den Standort umzugestalten.
Die Vereinbarung mit der Salzgitter AG sichert den Weiterbetrieb des Werks – wenn auch in kleinerem Umfang. Eine Investition von 200 Millionen Euro fließt in einen neuen Lichtbogenofen, der die HKM zu einem der ersten deutschen Produzenten von "grünem Stahl" macht. Trotz Rückschlägen wie der Aussetzung einer Ausschreibung für grünen Wasserstoff wegen hoher Kosten bereitet sich das Unternehmen auf eine nachhaltigere Produktion vor.
Für die Beschäftigten beginnt nun eine schwierige Umbruchsphase. Stellenabbau ist unvermeidlich, doch die Angst vor einer kompletten Werksschließung ist gebannt. Vor einem Kiosk im Stadtteil Hüttenheim sprechen Anwohner wie Ahmet und Murat zwar über Fußball, räumen aber ein, dass das Überleben des Werks für die Wirtschaft der Stadt und die Familien existenziell ist.
In der neuen Eigentümerstruktur steigt Thyssenkrupp komplett aus, während die Salzgitter Mannesmann GmbH und Vallourec die verbleibenden Anteile halten. Staatsgelder für Wasserstofftechnologie sollen den Wandel zu einer saubereren Produktion unterstützen – doch der Weg bleibt ungewiss.
Die Übernahme der HKM durch die Salzgitter AG verhindert zwar die sofortige Schließung, erfordert aber tiefgreifende Veränderungen. Das Werk wird kleiner, setzt künftig auf umweltfreundlichere Stahlproduktion mit neuen Elektroöfen. Für Duisburg bedeutet der Deal vorerst Stabilität – doch die Belegschaft muss sich auf eine veränderte Branche einstellen.