Siemens Mobility baut riesiges Zugwerk in Duisburg – 600 Jobs entstehen
Aneta WilmsenSiemens Mobility baut riesiges Zugwerk in Duisburg – 600 Jobs entstehen
Siemens Mobility baut in Duisburg ein großes neues Montagewerk am Logport I. Die Anlage wird Regionalzüge produzieren und bis zu 600 Arbeitsplätze in der Region schaffen. Das Projekt markiert einen Wandel für das ehemalige Stahlwerkgelände, das nun für die moderne Industrie umgenutzt wird.
Die neue Halle wird 200.000 Quadratmeter umfassen und damit weit mehr sein als nur ein Logistikzentrum. Im Inneren ermöglichen fünf Hallenkrane, zwei 223 Meter lange Gleise und zwei 200 Meter lange Wartungsgruben die vollständige Zugmontage. Eine direkte Schienenanbindung wird zudem den Lkw-Verkehr innerhalb des Logport I reduzieren, was Effizienz und Emissionen verbessert.
Der Schritt von Siemens Mobility erfolgt, da das Werk in Uerdingen an Kapazitätsgrenzen stößt. Das Unternehmen wird künftig Regionalzüge in Duisburg montieren und so die Belastung der bestehenden Standorte verringern. Matthias Wittemer von Siemens Mobility bestätigte, dass der neue Standort die komplette Produktion übernehmen wird – nicht nur Lagerung oder Verteilung.
Das Projekt knüpft an Jahre des Wandels auf dem ehemaligen Krupp-Stahlwerksgelände an. Bis 2023/24 waren die alten Längshallen abgerissen worden, während die Querhallen noch auf Sanierung warten. Duisport-CEO Markus Bangen begleitet die Transformation seit 2000 und sieht darin einen Schritt zu sinnvollem industriellen Wachstum. Anders als bei früheren Projekten wie Tiger & Turtle oder der Mercatorinsel, die Kritik auf sich zogen, soll die neue Halle greifbare wirtschaftliche Vorteile bringen.
Lokale Verantwortliche begrüßen die Entwicklung. Oberbürgermeister Sören Link bezeichnete sie als positiven Schritt für Duisburg, während Bangen die Bedeutung für das Image der Logistikbranche betonte. Statt nur Güter umzuschlagen, werden hier künftig auch Produkte entstehen – ein langfristiger Mehrwert für die Region.
Die Anlage soll mit moderner Infrastruktur und guten Verkehrsanbindungen eröffnet werden. Mit dem Hochfahren der Produktion könnten bis zu 600 Arbeitsplätze entstehen. Für Duisburg steht das Projekt für industriellen Aufbruch und den Abschied vom reinen Logistikstandort der Vergangenheit.