19 March 2026, 16:17

Streiks im ÖPNV: Bielefelds Familien kämpfen um Schulwege ihrer Kinder

Eine Gruppe von Schulbussen fährt auf einer Straße mit hohen Gebäuden, Fußgängern auf dem Gehweg, Bäumen, Laternenmasten, einer Fahne und einem sichtbaren Himmel.

Streiks im ÖPNV: Bielefelds Familien kämpfen um Schulwege ihrer Kinder

Streiks im ÖPNV in Bielefeld belasten Familien – Schulen bleiben trotz massiver Ausfälle geöffnet

Die anhaltenden Streiks im öffentlichen Nahverkehr in Bielefeld stellen viele Familien vor große Probleme, da die Schulen trotz schwerwiegender Einschränkungen im Bus- und Bahnverkehr geöffnet bleiben. An der Gesamtschule Rosenhöhe sind etwa zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler auf Busse und Straßenbahnen angewiesen – doch viele Verbindungen fallen aus oder haben massive Verspätungen. Eltern sehen sich nun mit der Herausforderung konfrontiert, ihre Kinder trotz eingeschränkter Verkehrsmittel zum Unterricht zu bringen.

Auch am Freitag wird der Streik andauern, wobei der Bielefelder Verkehrsbetreiber MoBiel zwar vorrangig Schulverbindungen bedienen will. Dennoch sind besonders die südlichen Stadtteile stark betroffen. Trotz des Chaos gilt weiterhin die Schulpflicht – selbst wenn Streiks im Voraus angekündigt werden. Das Landesbildungsministerium hat zudem Fernunterricht untersagt, sodass den Familien kaum Alternativen bleiben.

An der Gesamtschule Rosenhöhe verfügen viele Eltern über kein eigenes Auto, arbeiten in Vollzeit oder führen alleinerziehend den Haushalt. Einige mussten bereits ihre Arbeitszeiten umorganisieren, um ihre Kinder zur Schule zu bringen. Die Schule hatte vorgeschlagen, ältere Schülerinnen und Schüler während der Streiktage im Distanzunterricht zu beschulen – doch das Ministerium lehnte den Antrag ab.

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Die Situation in Bielefeld spiegelt die Regelungen in mindestens drei weiteren Bundesländern wider: In Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Berlin müssen Schülerinnen und Schüler ebenfalls zur Schule erscheinen, es sei denn, der Schulweg ist unmöglich oder unzumutbar belastend. Nur in Ausnahmefällen werden Entschuldigungen für Fehlzeiten anerkannt.

Da Fernunterricht nicht erlaubt ist und die Verkehrsmittel nur eingeschränkt verfügbar sind, müssen die Eltern in Bielefeld selbst Lösungen finden, um ihre Kinder in der Schule zu halten. Der Streik zeigt, wie stark Familien belastet werden, wenn öffentliche Dienstleistungen ausfallen, die Bildungspolitik aber starr bleibt. Viele fragen sich nun, ob die strengen Präsenzregeln bei künftigen Verkehrskrisen nicht überdacht werden müssten.

Quelle