14 April 2026, 10:13

Streit um Löhne und Tarifverträge eskaliert im Duisburger Hafen

Plakat mit einem britischen Granitarbeiter vor einer Bergkulisse, Text: "Was unser Freihandel bedeutet - Britischer Granitarbeiter - Die Fair-Wage-Klausel ist in Ordnung, aber ich will Arbeit."

Streit um Löhne und Tarifverträge eskaliert im Duisburger Hafen

Die Spannungen zwischen der Gewerkschaft Verdi und dem Duisburger Hafen (Duisport) haben sich wegen Löhne und Arbeitsbedingungen zugespitzt. Nach fast 20 Jahren nahm Verdi 2023 unter neuer Führung wieder Verhandlungen mit dem Hafen auf. Im Mittelpunkt des Streits stehen Forderungen nach einem Tarifvertrag sowie Vorwürfe, der Betriebsrat vertrete die Interessen der Arbeiter nicht ausreichend.

Der Duisburger Hafen und sein Betreiber, die Duisport AG, befinden sich zu einem Drittel im Besitz der Stadt Duisburg und zu zwei Dritteln im Besitz des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Gewerkschaft wirft dem Hafen vor, dass die Löhne und Arbeitsbedingungen trotz öffentlicher Trägerschaft hinter denen anderer kommunaler Häfen in der Region zurückblieben. Vier Beschäftigte schilderten auf einer aktuellen Pressekonferenz die ungerechten Lohnunterschiede und mangelhaften Arbeitsstandards.

Verdis Gewerkschaftssekretär Sören Brandes warf dem Betriebsrat vor, als "Hofhund" der Geschäftsführung zu agieren. Er behauptete, der Rat schließe Arbeiter von Sitzungen aus und verweigere Verhandlungen. Der Betriebsrat reagierte nicht auf eine Anfrage der nd.

Die Gewerkschaft widerspricht zudem der Darstellung Duisports, man zahle "überTarifliche" Löhne ohne Tarifbindung. Verdi verwies auf Einstiegsgehälter von 2.750 Euro für Arbeiter, die keine faire Bezahlung widerspiegelten. Eine nicht repräsentative Umfrage unter über 200 Beschäftigten von Duisport und seinen Tochtergesellschaften ergab, dass 95 Prozent einen Tarifvertrag befürworten.

Kranführer im Hafen erhalten derzeit unterschiedliche Löhne ohne einheitliche Struktur. Verdi fordert nun einen flächendeckenden Tarifvertrag, um die Bezahlung und Arbeitsbedingungen im Duisburger Hafen und bei der Duisport AG zu vereinheitlichen.

Der Konflikt offenbart langjährige Probleme bei der Lohngerechtigkeit und der Interessenvertretung der Beschäftigten. Verdis erneute Kampagne für einen Tarifvertrag folgt auf Jahre der Untätigkeit – die Gewerkschaft verlangt bessere Bedingungen für Hunderte Hafenmitarbeiter. Das Ergebnis könnte die Arbeitsbeziehungen in einem der wichtigsten Logistikstandorte Deutschlands neu prägen.

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