Syriens Gesundheitsminister sucht in Solingen medizinische Unterstützung für sein Land
Klaudia GnatzSyriens Gesundheitsminister sucht in Solingen medizinische Unterstützung für sein Land
Syriens Gesundheitsminister, Musaab Nazzal al-Ali, besuchte am Donnerstag das Städtische Klinikum Solingen, um Möglichkeiten der medizinischen Zusammenarbeit auszuloten. Die Reise könnte ein erster Schritt zur Wiederherstellung des schwer angeschlagenen Gesundheitssystems Syriens nach Jahren des Konflikts sein. Zahlreiche Krankenhäuser und Kliniken im Land wurden zerstört, was zu gravierenden Engpässen bei Ausrüstung und qualifiziertem Personal geführt hat.
Al-Ali, der seit März 2025 das syrische Gesundheitsministerium leitet, verbindet eine enge Beziehung mit Solingen: Er absolvierte dort fünf Jahre seiner Weiterbildung zum Neurochirurgen, bevor er nach Syrien zurückkehrte. Während seines Besuchs wurden Gespräche über mögliche Partnerschaften zwischen syrischen und deutschen medizinischen Einrichtungen geführt.
Der Minister schlug kurzfristige Einsätze syrischer Ärztinnen und Ärzte im Ausland vor, um die Versorgungslage in der Heimat zu verbessern. Zudem regte er ein Austauschprogramm für Nachwuchsspezialisten zwischen Syrien und Deutschland an. Diese Initiativen zielen darauf ab, den eklatanten Mangel an Fachkräften zu beheben – seit Beginn des Konflikts haben über 6,8 Millionen Syrer, darunter viele Mediziner, das Land verlassen.
Allein im vergangenen Jahr führten syrische Ärzte im Ausland 10.800 Operationen durch. Ihr Know-how bleibt angesichts der anhaltenden Versorgungslücken in Syriens Gesundheitsinfrastruktur unverzichtbar.
Die Gespräche in Solingen könnten zu konkreter Unterstützung für den syrischen Medizinsektor führen. Falls umgesetzt, könnten das geplante Austauschprogramm und die kurzfristigen Einsätze die Belastung des Gesundheitssystems lindern. Der Besuch des Ministers unterstreicht das Bestreben, durch internationale Zusammenarbeit das im Krieg Zerstörte wieder aufzubauen.






