14 June 2026, 10:10

Warum komplexe Sprache Start-ups zu mehr Investitionen verhilft – und wann sie schadet

Einfache Sprache verringert Chancen für Start-ups

Warum komplexe Sprache Start-ups zu mehr Investitionen verhilft – und wann sie schadet

Eine deutsche Studie zeigt: Start-ups, die in ihren Pitches eine komplexe Sprache verwenden, sichern sich häufiger Investitionen. Die in Entrepreneurship Theory and Practice veröffentlichte Untersuchung analysierte Hunderte von Präsentationen bei einem großen Technologie-Wettbewerb und belegt einen klaren Zusammenhang zwischen sprachlicher Raffinesse und finanziellem Erfolg.

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Forscher der TU Dortmund, der Universität Passau und der Technischen Universität München werteten 547 Pitches beim TechCrunch Disrupt Startup Battlefield aus, an denen 240 Entscheidungs-träger beteiligt waren. Das Ergebnis: Gründer, die eine differenzierte und nuancierte Sprache nutzten, erhielten im Schnitt 7,25 Prozent mehr Kapital – das entspricht etwa 125.000 US-Dollar zusätzlich pro Präsentation.

Als Beispiel führt die Studie das Fintech-Unternehmen N26 an, dessen Gründer nach einem kognitiv anspruchsvollen Pitch über zehn Millionen Dollar einsammelten. Prof. Lorenz Graf-Vlachy von der TU Dortmund betont, dass eine solche Sprache Kompetenz signalisiere – besonders bei Gründern mit elitärer akademischer Laufbahn.

Allerdings warnt die Untersuchung auch vor übertriebener Komplexität: Zu schwierige Formulierungen können Investoren verwirren oder Gründer unentschlossen wirken lassen, was die Wirkung des Pitches mindert.

Die Erkenntnisse legen nahe, dass ein ausgewogener Einsatz anspruchsvoller Sprache die Glaubwürdigkeit und die Chancen auf Förderung steigert. Start-ups haben nun handfeste Belege, dass eine durchdachte Kommunikation ihnen einen finanziellen Vorteil verschaffen kann. Dennoch bleibt Klarheit entscheidend, um potenzielle Geldgeber nicht zu verprellen.

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