Willich plant Kürzung der Geschwisterrabatte – Eltern protestieren gegen höhere Kita-Gebühren
Klaudia GnatzWillich plant Kürzung der Geschwisterrabatte – Eltern protestieren gegen höhere Kita-Gebühren
Willich steht unter finanziellem Druck und sucht nach Wegen, um Kosten zu senken und zusätzliche Einnahmen zu generieren. Eine der diskutierten Maßnahmen sieht vor, die Gebühren für die Kinderbetreuung zu ändern – darunter auch die Kürzung von Geschwisterrabatten. Die Pläne haben bereits heftige Reaktionen bei Bürgern und lokalen Initiativen ausgelöst.
Die Stadt strebt an, durch die Reduzierung der Geschwisterermäßigungen bei den Kita-Gebühren 500.000 Euro zusätzlich einzunehmen. Weitere 100.000 Euro könnten durch eine Deckelung der dynamischen Gebührenerhöhungen auf drei Prozent hereinkommen. Aktuell ist im Gespräch, den Geschwisterrabatt für das erste Kind auf 60 oder 70 Prozent zu kürzen, statt ihn komplett abzuschaffen.
In Nachbarstädten wie Nettetal und Kempen wird bereits eine 50-prozentige Geschwistergebühr für alle Betreuungsangebote erhoben. Bürgermeister Christian Pakusch betonte, es gehe um eine Anpassung der Elternbeiträge, nicht um die vollständige Streichung der Geschwisterermäßigungen. Der Jugendhilfeausschuss der Elternvertretung (JAEB) hingegen lehnt die Einführung von Geschwistergebühren oder höhere Beitragsanpassungen ab.
Der Haupt- und Finanzausschuss hat die Verwaltung beauftragt, die Elternbeiträge zu überprüfen und bis zum 28. April Änderungsvorschläge vorzulegen. Gleichzeitig argumentiert die SPD-Fraktion, dass sich im Haushalt 2026 durch den Verzicht auf nicht zwingend notwendige Ausgaben 115.000 Euro einsparen ließen – statt die Belastung für Familien zu erhöhen. Die Anratherin Marlene Mendes kritisierte die Pläne scharf und bezeichnete die geplanten Gebührenerhöhungen und die Kürzung der Geschwisterrabatte als ungerecht.
Die Debatte um die Kita-Gebühren in Willich zieht sich bereits seit Längerem hin, ohne dass bisher eine Lösung in Sicht wäre. Sollten die Änderungen beschlossen werden, müssten Eltern – insbesondere solche mit mehreren Kindern – mehr für die Betreuung zahlen. Die Stadt plant, die Anpassungen bis Ende April abzuschließen, doch der Widerstand aus der Bevölkerung und von politischen Gruppen bleibt groß. Das Ergebnis wird zeigen, wie viel Mehreinnahmen Willich durch die neue Gebührenstruktur erzielen kann.






