1. FC Köln: Fanproteste und Niederlagenserie belasten den Verein vor Winterpause
Klaudia Gnatz1. FC Köln: Fanproteste und Niederlagenserie belasten den Verein vor Winterpause
Kölner Derby-Tag zum Vergessen
Marvin Schwäbe schüttelte den Kopf. Unruhe beim 1. FC Köln nach einem Derby-Tag zum Vergessen? „Nein!“, betonte der Torhüter entschlossen – fünf Bundesliga-Spiele in Folge ohne Sieg bereiten dem Kapitän noch keine Sorgen. Stattdessen machte sich Schwäbe mehr Gedanken über die Situation einiger Kölner Fans, die beim verdienten 0:2 (0:0) in Leverkusen wegen eines Boykotts auffällig abwesend waren.
Fans des 1. FC Köln inszenierten beim letzten Wochenendspiel gegen Eintracht Frankfurt einen Schweigeprotest. Die zwölfminütige Aktion war Teil einer bundesweiten Kampagne gegen verschärfte Sicherheitsregeln im deutschen Fußball. Unterdessen setzte sich die sportliche Krise der Kölner mit einer 0:2-Niederlage in Leverkusen fort – Hundertschaftsweise verließen Auswärtsfans demonstrativ das Stadion.
Die Fanproteste hatten bereits Anfang des Monats mit einer Großdemonstration in Leipzig am 16. November begonnen. Unter dem Motto „Der Fußball ist sicher! Schluss mit Populismus – Ja zur Fankultur!“, wandten sich Anhänger bundesweit gegen geplante Maßnahmen wie personalisierte Tickets und strengere Stadionverbote. Diese Vorhaben sollten auf der Innenministerkonferenz in Bremen vom 3. bis 5. Dezember beraten werden.
Beim Heimspiel des 1. FC Köln gegen Eintracht Frankfurt am 22. November blieb ein Teil der Zuschauer 12 Minuten lang stumm. Die Aktion wiederholte sich in Leverkusen, wo rund 500 mitgereiste Kölner Fans die Gästeblöcke vorzeitig verließen. Sie protestierten gegen ihrer Meinung nach überzogene Polizeikontrollen – die Tribünen wirkten gespenstisch leer.
Auf dem Platz kassierte der FC die fünfte Liga-Partie ohne Sieg. Ein spektakuläres „Skorpion“-Tor von Martin Terrier in der 66. Minute besiegelte Leverkusens 2:0-Erfolg. Selbst die Ultras der Werkself zeigten Solidarität, indem sie kurz nach Anpfiff das Stadion verließen – aus einem hitzigen Derby wurde eine gedämpfte Angelegenheit.
Kapitän Marvin Schwäbe räumte ein, dass die fehlenden Fans die Stimmung beeinträchtigten, zeigte sich aber gelassen angesichts der Sieglos-Serie. Sportdirektor Thomas Kessler und Trainer Lukas Kwasniok kritisierten hingegen den fehlenden Rückhalt. Mit nur noch fünf Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz wächst der Druck vor dem letzten Spiel 2025 gegen Union Berlin am kommenden Samstag.
Die Proteste spiegeln die zunehmenden Spannungen zwischen Fans und Behörden um die Stadion-Sicherheit wider. Gleichzeitig wackelt die sportliche Form der Kölner – der Abstand zur Abstiegszone schmilzt. Das Duell gegen Union Berlin könnte vor der Winterpause richtungsweisend werden.






