04 January 2026, 00:15

AfD in NRW: Neue Jugendorganisation vertieft Machtkampf zwischen Hardlinern und Gemäßigteren

Ein Buchumschlag mit Armee-Panzern und Jeeps in einer KriegsSzene mit Text darüber.

AfD in NRW: Neue Jugendorganisation vertieft Machtkampf zwischen Hardlinern und Gemäßigteren

In der rechtspopulistischen AfD droht neuer innerparteilicher Streit, noch bevor die Partei bis Ende November eine Jugendorganisation unter dem voraussichtlichen Namen Generation Deutschland gründen will. Besonders im nordrhein-westfälischen Landesverband, wo der Vorsitzende Martin Vincentz bereits mit Widerstand aus den Reihen der Hardliner zu kämpfen hat, könnte die neue Gruppe die Spaltung weiter vertiefen.

Experten warnen, dass die Organisation noch radikaler ausfallen werde als ihr Vorgänger, die Junge Alternative, und die Führung in NRW zusätzlich destabilisieren könnte.

Der AfD-Landesverband in Nordrhein-Westfalen ist seit Langem zerrissen zwischen gemäßigteren Kräften und rechtsextremen Aktivisten. Vincentz, der aktuelle Landeschef, gerät zunehmend in die Isolation, da ihm Gruppen mit Verbindungen zu extremistischen Netzwerken die Autorität streitig machen. Diese Kreise unterstützen nun einen eigenen Kandidaten für die Führung der neuen Jugendorganisation und vertreten ethnonationalistische Positionen sowie Verschwörungstheorien.

Ursprünglich hatten einige in der NRW-Führung gehofft, die Neuaufstellung der Jugendorganisation könnte zu mehr Kontrolle und weniger Konflikten führen. Doch die ersten Personalentscheidungen erzählen eine andere Geschichte: Schlüsselfiguren der alten Jungen Alternative – bekannt für ideologische Auseinandersetzungen mit der Parteiführung – sind in die neue Struktur gewechselt. Jean-Pascal Hohm, der als künftiger Chef von Generation Deutschland gehandelt wird, steht den Kritikern Vincentz’ näher als dem Landesvorsitzenden selbst.

Ein Blick nach Rheinland-Pfalz zeigt, welche Konflikte bevorstehen könnten: Dort führt Jan Richard Behr, ehemaliger Vorsitzender der Jungen Alternative, die neue Jugendorganisation nun gemeinsam mit Bailey Wollenweber an. Behrs Engagement ist mit extremistischen Kreisen verknüpft – ein Warnsignal für die Ausrichtung des neuen Verbandes. Während in NRW noch unklar ist, wer die Führung übernehmen wird, deutet sich an, dass Vincentz’ Position weiter schwächer wird.

Auch auf Bundesebene hat sich die Parteispitze in Berlin verändert und zeigt zunehmend Toleranz gegenüber rechtsextremen Ideologien. Diese Entwicklung bestärkt die Hardliner in NRW, die nun die Chance wittern, den Landesverband weiter nach rechts zu drängen – ein direkter Konfrontationskurs zu Vincentz’ Bemühungen um einen gemäßigteren Kurs.

Mit der Gründung von Generation Deutschland dürfte der Machtkampf im NRW-AfD-Verband an Schärfe gewinnen. Vincentz wird es mit einer Jugendorganisation zu tun bekommen, die Kompromisse ablehnt und radikale Positionen vertritt. Angesichts der Herausforderung durch die neue Gruppe könnten die internen Konflikte in den kommenden Monaten weiter eskalieren.

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