Bauministerin Scharrenbach räumt Führungsfehler und Mobbingvorwürfe ein
Aneta WilmsenScharrenbach bietet Mitarbeitern Gespräche nach Vorwürfen - Bauministerin Scharrenbach räumt Führungsfehler und Mobbingvorwürfe ein
Nordrhein-Westfalens Bauministerin Ina Scharrenbach sieht sich schweren Vorwürfen wegen Fehlverhaltens am Arbeitsplatz ausgesetzt. Berichten zufolge herrscht in ihrem Ministerium eine Kultur der Angst und Einschüchterung, wobei ihre Führungsweise Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter belastet haben soll. Die Ministerin hat inzwischen Mängel eingeräumt und versprochen, die Kritikpunkte anzugehen.
Der Streit begann Anfang 2025, als eine Personalvertreterin den Chef der Staatskanzlei, Nathanael Liminski, auf Mobbingvorwürfe gegen Scharrenbach aufmerksam machte. Die Anschuldigungen wurden kurz vor der Bundestagswahl bekannt und warfen Fragen zu ihrer Leitung der Abteilung für digitale Verwaltung auf. Dieser Bereich war zu Beginn der Legislaturperiode ihrem Ressort zugeordnet worden – eine zusätzliche Herausforderung.
Ein internes Schreiben, das dem Spiegel vorliegt, beschreibt ein Arbeitsklima, das von "Angst und Schrecken" geprägt sei. Ein hochrangiger Beamter, der anonym bleiben möchte, erklärte: "Diese Frau hat mich zerstört." Angesichts der Vorwürfe räumte Scharrenbach ein, dass ihr persönlicher Führungsstil nicht immer fair mit den Beschäftigten umgegangen sei. Sie zeigte sich tief betroffen über das Feedback und dessen Auswirkungen auf das Team.
Als Reaktion hat die Ministerin Maßnahmen eingeleitet, um ihre Führungsprozesse zu verbessern. Dazu gehören gemeinsame Gespräche mit betroffenen Mitarbeitenden sowie die Einbindung des Personalrats. Scharrenbach bot zudem persönliche Gespräche mit den Betroffenen an, um deren Anliegen direkt zu behandeln.
Die Probleme sollen im Zuge der Umstrukturierung der Digitalverwaltungsabteilung aufgetreten sein. Fragen zu den Veränderungen wurden mit Scharrenbach und dem Staatssekretär Daniel Sieveke erörtert. Nun steht das Ministerium unter Druck, für ein gerechteres und unterstützenderes Arbeitsumfeld zu sorgen.
Scharrenbachs Eingeständnis und die eingeleiteten Korrekturen folgen auf monatelange interne Kritik. Das Ministerium hat damit begonnen, die Führungsstrukturen zu reformieren – unter fortlaufender Beteiligung der Personalvertretung. Ob es gelingt, Vertrauen und Stabilität in der Behörde wiederherzustellen, wird sich an den Ergebnissen dieser Bemühungen zeigen.






