22 January 2026, 04:42

Bayer-Lobbyist warnt: Europas Landwirtschaft steht vor dem Kollaps durch überzogene Regulierung

Eine Liniengrafik, die die Nettoernteeproduktion in ausgewählten tropischen Ländern und weltweit von 2004 bis 2020 zeigt, mit begleitendem Text.

Topmanager fürchten wirtschaftlichen Graben zum USA - Bayer-Lobbyist warnt: Europas Landwirtschaft steht vor dem Kollaps durch überzogene Regulierung

Matthias Berninger, der Chef-Lobbyist von Bayer, warnt: Europa muss entschlossen handeln, um wirtschaftliche Risiken und einen Rückgang in der Landwirtschaft zu vermeiden. Seine Äußerungen erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen weiterhin mit juristischen Auseinandersetzungen um das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat konfrontiert ist – ein Erbe aus der Übernahme des US-Konzerns Monsanto im Jahr 2018. Berninger betonte zudem die Notwendigkeit, dass Europa seine Position neben den USA stärken müsse, um globalen Einfluss zu wahren.

Als entscheidenden Vorteil hob Berninger die Fortschritte Europas in der agrarischen Biotechnologie hervor. Gleichzeitig warnte er jedoch, dass zu strenge regulatorische Hürden bei der Genomeditierung die Wettbewerbsfähigkeit des Kontinents schwer beeinträchtigen könnten. Ohne die Zulassung neuer Landwirtschaftstechnologien drohten Europa langfristige Produktionsverluste beim Weizen, die sowohl die heimischen Märkte als auch Teile Afrikas treffen würden.

Berninger verwies auf einen Wandel in der öffentlichen Meinung: Immer mehr Menschen würden mittlerweile die Bezahlbarkeit von Lebensmitteln höher gewichten als Bedenken gegenüber genomeditierten Pflanzen. Dennoch könnte Europas Fähigkeit, im Getreideanbau konkurrenzfähig zu bleiben, nachhaltig untergraben werden, falls die aktuellen Beschränkungen bestehen blieben.

In Bezug auf die transatlantischen Beziehungen bezeichnete Berninger einen möglichen Zusammenbruch der Wirtschaftspartnerschaft zwischen den USA und Europa als ernsthafte Bedrohung. Um Konflikte mit dem früheren US-Präsidenten Donald Trump zu vermeiden und Europas Zukunft zu sichern, rief er die europäischen Führungskräfte auf, ihre Stärken gezielt einzusetzen und gleichzeitig offener mit Schwächen umzugehen.

Zu den rechtlichen Herausforderungen von Bayer äußerte sich Berninger optimistisch: Bis Ende des Jahres erwarte er eine deutliche Reduzierung der mit Glyphosat verbundenen Haftungsrisiken. Das Unkrautvernichtungsmittel, das vor der Übernahme durch Bayer das Kerngeschäft von Monsanto bildete, bleibt in den USA weiterhin Gegenstand von Klagen.

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Bayer sieht sich weiterhin mit rechtlichen und regulatorischen Hindernissen konfrontiert – insbesondere bei Glyphosat und genomeditierten Pflanzen. Berningers Warnungen unterstreichen die wirtschaftlichen Risiken für Europa, von der Agrarproduktion bis hin zum transatlantischen Handel. Wie das Unternehmen diese Herausforderungen meistert, wird nicht nur seine eigene Zukunft prägen, sondern auch Europas Rolle in der globalen Nahrungsmittelproduktion.