Bayer zwischen klinischem Erfolg mit Kerendia und juristischen Risiken durch Roundup
Evi NergerBayer zwischen klinischem Erfolg mit Kerendia und juristischen Risiken durch Roundup
Bayer hat ein herausforderndes Geschäftsjahr hinter sich, in dem hohe Prozesskosten die Bilanz stark belastet haben. Trotz eines Nettoverlusts von 3,6 Milliarden Euro und einer Nettoverschuldung von fast 30 Milliarden Euro im Jahr 2025 verzeichnet die Pharmasparte des Konzerns vielversprechende Ergebnisse. Ein jüngster klinischer Erfolg mit dem Medikament Kerendia sowie anstehende juristische Entwicklungen haben das Vertrauen der Anleger gestärkt.
Die Aktien des Unternehmens stiegen nach positiven Ergebnissen der klinischen Studien zu Kerendia um 4,71 % auf 40,25 Euro. Das Präparat erreichte sein primäres Ziel bei der Behandlung von nicht-diabetischer chronischer Nierenkrankheit und eröffnet damit den Zugang zu einer größeren Patientengruppe. Bayer plant nun, die Daten der FIND-CKD-Studie der Phase III bei der US-Arzneimittelbehörde FDA einzureichen, um eine erweiterte Zulassung zu beantragen.
Die rechtlichen Risiken bleiben für Investoren ein zentrales Thema. Der Oberste Gerichtshof der USA wird am 1. April 2026 mündliche Verhandlungen zu den Warnhinweisen auf Roundup führen – ein Fall, der die künftige Haftung für Klagen im Zusammenhang mit Glyphosat entscheiden könnte. Eine Entscheidung, die bis Mitte Juni 2026 erwartet wird, könnte Klarheit über die finanziellen Risiken durch laufende Klagen schaffen.
Ebenfalls für den 1. April 2026 angesetzt ist die Hauptversammlung von Bayer, auf der die Aktionäre über eine vorgeschlagene Dividende von 0,11 Euro pro Aktie abstimmen werden. Trotz der Belastung durch die Prozesse hält die Pharmasparte an ihren langfristigen Plänen fest. Mit zehn geplanten Blockbuster-Medikamenten für das kommende Jahrzehnt könnte ein günstiges Urteil des Obersten Gerichtshofs die finanzielle Last verringern und das Wachstum beschleunigen.
Die Entscheidung des Gerichts wird die finanzielle Zukunft Bayers in den nächsten Jahren maßgeblich prägen. Eine erweiterte Zulassung für Kerendia könnte die Umsätze weiter steigern, während eine Verringerung der rechtlichen Verpflichtungen die Position des Unternehmens stärken würde. Aktionäre und Analysten verfolgen nun gespannt die Entwicklungen – sowohl im Gerichtssaal als auch in der Klinik.






