Bergisch Gladbach plant 50 Millionen Defizit – Steuererhöhungen drohen
Klaudia GnatzBergisch Gladbach plant 50 Millionen Defizit – Steuererhöhungen drohen
Bergisch Gladbach steht vor finanziellen Engpässen – Haushaltsdefizit von 50 Millionen Euro pro Jahr geplant
Bei einem aktuellen Workshop der BürgerAkademie skizzierte Stadtkämmerer Thore Eggert die prekäre Haushaltslage Bergisch Gladbachs. Die Stadt plant, jährlich ein Defizit von 50 Millionen Euro zu fahren. Eggert betonte die Notwendigkeit von Steuererhöhungen und warnte vor radikalen Sparmaßnahmen, die die kommunale Handlungsfähigkeit einschränken könnten.
Für das Jahr 2026 sind im Haushalt 126 Millionen Euro für zentrale Vorhaben vorgesehen – von Schulbauprojekten bis zur Entwicklung des Zanders-Industriegeländes. Doch ob sich die Aufwertung des Areals kurzfristig auszahlen wird, bleibt laut Eggert ungewiss.
Bei der Veranstaltung präsentierte der Stadtkämmerer den 500 Seiten starken Haushaltsplan, den er als komplexes Dokument bezeichnete, das für die meisten Bürger nur schwer nachvollziehbar sei. Als parteiloser Beamter vertritt Eggert die Verwaltung und keine politische Partei. Seine Priorität liegt darin, den Haushalt auszugleichen, ohne dabei grundlegende Dienstleistungen zu gefährden.
Der Großteil der Ausgaben Bergisch Gladbachs ist jedoch fest verplant, sodass kaum Spielraum für Kürzungen bleibt. Um jährlich zusätzliche 4 Millionen Euro einzunehmen, schlägt Eggert eine Anhebung der Grund- und Gewerbesteuern vor. Einen strikten Konsolidierungskurs lehnt er ab, da dieser zu harten Einschränkungen führen und die Eigenständigkeit der Stadt untergraben würde.
Durch die Kommunalwahlen hat sich der Haushaltsprozess verzögert, die übliche Zeitplanung für die Verabschiedung ist damit hinfällig. Nach der Abstimmung im Stadtrat muss die Aufsichtsbehörde des Regierungsbezirks den Entwurf prüfen. An den Verhandlungen sind die Fraktionen von CDU, SPD und Grünen beteiligt – jede mit eigenen Schwerpunkten.
Von den geplanten Investitionen in Höhe von 126 Millionen Euro für 2026 sollen Schulen, Straßen, Kitas und die Umgestaltung des Zanders-Geländes profitieren. Letzteres sieht Eggert als langfristige Chance, doch ob sich das Projekt rechnet, ist noch offen.
Trotz des Defizits pocht der Kämmerer auf kluge Investitionen. Ohne Steuererhöhungen oder neue Einnahmequellen drohten Einschnitte bei den Leistungen. Nun gilt es, Politiker wie Bürger davon zu überzeugen, dass höhere Abgaben unvermeidbar sind.
In Kürze wird der Stadtrat über den Haushalt beraten – mit Fokus auf die geplanten Steuererhöhungen und Ausgabenposten. Wird der 126-Millionen-Paket beschlossen, rückt die Umsetzung näher, doch die Zukunft des Zanders-Projekts bleibt unsicher. Eggerts Warnungen verdeutlichen den Balanceakt zwischen Haushaltsdisziplin und kommunaler Selbstbestimmung.






