12 February 2026, 02:21

Brüder kämpfen gegen Abschiebung nach tödlichem Polizeieinsatz in Dortmund

Eine Gruppe von Menschen hält ein Transparent mit der Aufschrift "Deutschland, Lagerland Migration ist kein Verbrechen" vor einem Gebäude mit Fenstern, umgeben von Gras, einem Metallzaun, Pflanzen, Bäumen und Fahnenmasten, unter einem bewölkten Himmel.

Brüder kämpfen gegen Abschiebung nach tödlichem Polizeieinsatz in Dortmund

Zwei Brüder, denen die Abschiebung aus Deutschland droht, kämpfen um ihr Bleiberecht, während die juristische Aufarbeitung des Todes ihres Bruders weiterläuft. Mouhamed Lamine Dramé wurde am 8. August 2022 bei einem Polizeieinsatz im Dortmunder Nordstadtviertel von Beamten mit fünf Schüssen aus einer Maschinenpistole tödlich getroffen. Seine Brüder, Sidy und Lassana Dramé, müssen nun trotz ihrer Rolle im laufenden Verfahren mit einer Abschiebung rechnen.

Ihre Aufenthaltserlaubnisse liefen am 31. Januar 2026 aus, und das Dortmunder Ausländeramt hat eine Verlängerung abgelehnt. Die Behörden argumentieren, die Brüder könnten sich von ihrem Anwalt aus dem Ausland vertreten lassen und bei einer Neuverhandlung ein neues Visum beantragen.

Der tödliche Vorfall ereignete sich während eines Polizeieinsatzes, bei dem Beamte einen Taser, Pfefferspray und eine Maschinenpistole einsetzten. Sidy und Lassana Dramé bestehen darauf, dass keiner dieser Waffen hätte verwendet werden dürfen. Ihr Rechtsstreit konzentriert sich auf die Umstände des Todes ihres Bruders und die Frage der Verantwortung der beteiligten Polizisten.

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Der Bundesgerichtshof (BGH) hat noch keinen Termin für die Entscheidung über den Revisionsantrag der Brüder bekannt gegeben. Sollten sie Erfolg haben, wollen sie an weiteren Verfahren teilnehmen. Unterdessen haben Unterstützer eine Kampagne gestartet und einen offenen Brief unterzeichnet, der dauerhafte Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisse fordert. Darin heißt es, die Brüder hätten sich in Nordrhein-Westfalen ein Leben aufgebaut und spielten eine zentrale Rolle bei der juristischen und politischen Aufarbeitung der Schüsse.

In Dortmund wird derzeit diskutiert, eine Straße oder einen Platz nach Mouhamed Dramé zu benennen. Bisher hat jedoch keine andere deutsche Stadt ähnliche Ehrungen öffentlich in Erwägung gezogen. Das Ausländeramt bleibt bei seiner Haltung: Die Brüder könnten rechtliche Angelegenheiten von außerhalb regeln und nur im Falle einer Neuverhandlung zurückkehren.

Die Zukunft der Brüder in Deutschland bleibt ungewiss, während sie auf die Entscheidung des BGH warten. Ohne gültige Papiere droht ihnen die Abschiebung – selbst während die Ermittlungen zum Tod ihres Bruders andauern. Ihre Unterstützer betonen, dass ein dauerhaftes Bleiberecht ihnen ermöglichen würde, sich am Rechtsprozess zu beteiligen und ihr Leben im Land neu aufzubauen.