DAAD stoppt Arbeit in Russland – während US-Forscher:innen nach Deutschland fliehen
Aneta WilmsenDAAD stoppt Arbeit in Russland – während US-Forscher:innen nach Deutschland fliehen
Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD) stellt Arbeit in Russland ein – Bewerbungen für Stipendien in Deutschland boomen
Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) beendet seine Aktivitäten in Russland, nachdem er vom russischen Justizministerium als "unerwünschte Organisation" eingestuft wurde. Gleichzeitig haben sich die Bewerbungen für seine Master-Stipendien in Deutschland mehr als verdoppelt – ein deutlicher Anstieg in den letzten Monaten. Dieser Trend fällt zusammen mit drastischen Kürzungen der Klimaforschungsmittel in den USA aufgrund politischer Verschiebungen.
Der DAAD, die weltweit größte Förderorganisation für den internationalen Austausch von Studierenden und Forschenden, musste seine Arbeit in Russland einstellen. Die Entscheidung der russischen Regierung markiert einen abrupten Bruch in der akademischen Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern.
Klimaforschung in den USA unter Druck – Europa als Alternative
Auf der anderen Seite des Atlantiks kämpfen US-Forschungseinrichtungen mit massiven Kürzungen bei der Finanzierung der Klimaforschung. Unter der Regierung Trump wurden im Haushalt vor allem Schlüsselbehörden wie die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) und die Erdbeobachtungsprogramme der NASA beschnitten. Projekte wurden gestrichen, Datenbanken abgeschaltet, und die Einwerbung von Drittmitteln gestaltete sich für Elite-Universitäten wie Harvard, Stanford und Princeton zunehmend schwieriger.
In der Folge wenden sich amerikanische Wissenschaftler:innen vermehrt Europa zu. Die Bewerbungen bei deutschen Forschungseinrichtungen wie dem DAAD und der Max-Planck-Gesellschaft sind stark angestiegen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat kürzlich 166 internationalen Forschenden – viele davon aus den USA – insgesamt 12 Millionen Euro bewilligt. Auch die Alexander-von-Humboldt-Stiftung und die Max-Planck-Gesellschaft verzeichnen eine wachsende Nachfrage von US-Akademiker:innen.
Deutschlands Studierende verlieren Interesse an den USA
Gleichzeitig sinkt das Interesse deutscher Studierender an einem Aufenthalt in den USA. Die Anfragen von deutschen Studierenden und Promovierenden für amerikanische Programme sind um etwa 10 Prozent zurückgegangen.
Der Rückzug des DAAD aus Russland und der Anstieg der US-Bewerbungen spiegeln tiefgreifende Verschiebungen in der globalen akademischen Mobilität wider. Während die Klimaforschungsförderung in den USA schrumpft, entwickeln sich deutsche Einrichtungen zu einem zentralen Ziel für vertriebene Wissenschaftler:innen. Der Trend zeigt zudem, dass deutsche Studierende zunehmend über den Tellerrand der USA hinausblicken – und andere Länder für ihr Studium in Betracht ziehen.






