Deutsche Telekom übernimmt DOKOM21-Glasfasernetz in Essen für 140 Millionen Euro
Evi NergerDeutsche Telekom übernimmt DOKOM21-Glasfasernetz in Essen für 140 Millionen Euro
DOKOM21 verkauft Glasfasernetz in Essen an Deutsche Telekom
DOKOM21 hat sein 75 Kilometer langes Glasfasernetz in den Essener Stadtteilen Frohnhausen und Huttrop veräußert. Der im Dezember 2024 abgeschlossene Deal markiert den vollständigen Rückzug des Unternehmens aus der Stadt. Die Deutsche Telekom übernahm das Netz für rund 140 Millionen Euro und übernimmt damit auch den Betrieb vom bisherigen Eigentümer.
Hinter dem Schritt steht eine strategische Neuausrichtung und keine finanziellen Schwierigkeiten. DOKOM21 hatte verschiedene Optionen geprüft – etwa den Ausbau zu einem vollständigen Glasfaseranschluss bis in die Wohnung (FTTH) oder die Umstellung auf ein Open-Access-Modell – entschied sich letztlich jedoch für den Verkauf.
Der Verlust eines wichtigen regulatorischen Vorteils zum 1. Juli 2024 war der ausschlaggebende Faktor. Obwohl das Essener Netz wirtschaftlich tragfähig blieb, zog sich das Unternehmen aus dem Markt zurück. Insgesamt wurden 27 potenzielle Käufer angesprochen, bevor die Deutsche Telekom den Zuschlag erhielt.
Zuvor hatte DOKOM21 erwogen, den FTTH-Ausbau in Dortmund voranzutreiben oder die Infrastruktur in Essen zu modernisieren. Beide Varianten hätten jedoch hohe Investitionen erfordert. Auch ein Open-Access-Modell wurde geprüft, aber als zu kostspielig für die Umsetzung in Essen eingestuft. Der endgültige Verkauf umfasste keine Open-Access-Vereinbarungen – DOKOM21 wird das Netz künftig weder betreiben noch die Markenrechte behalten.
Für die Kunden wird der Übergang mit möglichst geringen Störungen verlaufen. Die FTTH-Dienste bleiben ohne Unterbrechung verfügbar, und nach Abschluss der Übernahme stehen alternative Anbieter zur Wahl. Die Deutsche Telekom wird den Zeitpunkt ihres Markteintritts in den erworbenen Gebieten selbst festlegen, während DOKOM21 bis Ende 2026 die technischen Details der Übergabe abschließt.
Der Verkauf steht nicht im Zusammenhang mit der Mitgliedschaft von DOKOM21 im Branchenverband BUGLAS. Stattdessen sollen die Erlöse in den weiteren Glasfaserausbau in Dortmund fließen und damit die langfristige Wachstumsstrategie des Unternehmens unterstützen. Die Deutsche Telekom wiederum festigt mit der Übernahme ihre Position in Nordrhein-Westfalen und umgeht regulatorische Hürden in einem sich konsolidierenden Markt.
Durch den 140-Millionen-Euro-Deal kann DOKOM21 nun Ressourcen in den Ausbau der Dortmunder Glasfasernetze lenken. Die Essener Kunden wechseln nahtlos zu den Diensten der Deutschen Telekom, während das Unternehmen bis Ende 2026 alle technischen Aspekte der Übergabe finalisieren will.






