17 January 2026, 23:10

DHL-Chef fordert Reformen: 20-Kilo-Grenze für Pakete und Kritik an Beschwerdeverfahren

Eine alte Postkarte mit einer handgeschriebenen Nachricht, die an die Vereinigten Staaten adressiert ist und ein Stempel sowie den Text "United States Postal Service" aufweist.

DHL-Chef fordert Reformen: 20-Kilo-Grenze für Pakete und Kritik an Beschwerdeverfahren

DHL-Gruppenchef Tobias Meyer kritisiert Beschwerdeverfahren gegen die Deutsche Post und fordert niedrigere Gewichtsgrenzen für Pakete

DHL-Gruppenchef Tobias Meyer hat die Bearbeitung von Beschwerden gegen die Deutsche Post scharf kritisiert und gleichzeitig eine Senkung der Gewichtsgrenze für Pakete von 31,5 auf 20 Kilogramm gefordert. Seiner Ansicht nach blockiert politischer Widerstand innerhalb der Bundesregierung die geplante Reform, die auch von der Gewerkschaft Verdi unterstützt wird. Ziel der Änderung ist es, die körperliche Belastung der Zusteller zu verringern.

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Allein in der ersten Jahreshälfte 2025 verzeichnete die Bundesnetzagentur rund 23.000 Beschwerden über die Zustelldienste der Deutschen Bank. Meyer wies diese Zahlen jedoch als irreführend zurück und argumentierte, das Unternehmen erhalte nur einen Bruchteil der tatsächlich eingereichten Beschwerden. Zudem kritisierte er das Verfahren der Behörde: Die Deutsche Bahn habe keinen Zugang zu den konkreten Gründen für die Unzufriedenheit der Kunden.

Die aktuelle Beschwerdeberichterstattung bezeichnete Meyer als "höchst bedenklich" und warnte, sie untergrabe das Vertrauen der Öffentlichkeit in das deutsche Postsystem. Seine Kritik fällt in eine Phase größerer Herausforderungen, darunter ein unerwarteter Anstieg der Sendungsmengen im Sommer, der zu vorübergehenden Leistungsproblemen führte. Über die Beschwerden hinaus verwies Meyer auf den Rückgang des klassischen Briefverkehrs durch die Digitalisierung. Als Reaktion darauf führt die DHL Group die Brief- und Paketzustellung zu einem einheitlichen Service zusammen.

Gleichzeitig warf Meyer Konkurrenten vor, Teile der Regierungskoalition zu beeinflussen, um die Senkung der Gewichtsgrenze zu verhindern. Ohne eine geschlossene politische Haltung bleibt die geplante Obergrenze von 20 Kilogramm vorerst blockiert.

Die Debatte über die Paketgewichtsgrenzen dauert an, während DHL auf Reformen drängt, um die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter zu verbessern. Politische Uneinigkeit und Widerstand aus der Branche haben bisher jede Änderung der aktuellen 31,5-Kilogramm-Regelung verhindert. Gleichzeitig passt das Unternehmen seine Strukturen an, um sich an die veränderte Nachfrage und den digitalen Wettbewerb anzupassen.