31 January 2026, 22:24

Düsseldorfer Startup verwandelt CO₂ aus Zementwerken in klimafreundliche Baumaterialien

Ein Gebäude mit einer Tafel, auf der "Citi Global College" steht, umgeben von Straßenmasten, Straßenlaternen, Strommasten, Stromkabeln, Kraftfahrzeugen, Bäumen und einem klaren blauen Himmel.

Düsseldorfer Startup verwandelt CO₂ aus Zementwerken in klimafreundliche Baumaterialien

Ein Düsseldorfer Startup nimmt eine der größten industriellen Umweltbelastungen der Welt ins Visier. Co-reactive hat ein Verfahren entwickelt, um CO₂ aus Zement- und Stahlwerken in hochwertige Baumaterialien umzuwandeln. Die Technologie des Unternehmens könnte helfen, die Emissionen einer Branche zu senken, die für 8 % des globalen CO₂-Ausstoßes verantwortlich ist.

Angesichts steigender CO₂-Preise, die in den nächsten zehn Jahren die Produktionskosten verdoppeln könnten, kommt die Lösung zu einem entscheidenden Zeitpunkt für die Hersteller.

Das Verfahren von Co-reactive mineralisiert CO₂ und natürliche Mineralien zu so genannten zusätzlichen zementartigen Materialien (ZZM). Diese Ersatzstoffe reduzieren den Bedarf an Klinker – dem kohlenstoffintensivsten Bestandteil von Zement – und verbessern gleichzeitig die Festigkeit und Haltbarkeit von Beton. Im Gegensatz zu herkömmlichen Alternativen wie Flugasche oder Hüttensand, die aufgrund des Kohleausstiegs und der Umstellung in der Stahlindustrie knapp werden, bietet das Startup eine skalierbare, kohlenstoffnegative Lösung.

Die Technologie ist als "Drop-in-Lösung" konzipiert, das heißt, sie lässt sich ohne größere Anpassungen in bestehende Produktionslinien integrieren. Ab 2027 plant Co-reactive, seine Systeme direkt in Zement- und Stahlwerken zu installieren, um dort sowohl biogenes als auch prozessbedingtes CO₂ vor Ort einzufangen und zu mineralisieren.

Um die Entwicklung zu beschleunigen, hat das Unternehmen 6,5 Millionen Euro an Seed-Finanzierung eingeworben. Zu den Investoren zählen der High-Tech Gründerfonds (HTGF), die NRW.Bank sowie ClimateTech-Business-Angels, ergänzt durch öffentliche Förderung aus dem Programm "Bundesförderung für effiziente Industrie und Klimaschutz (BIK)". Die Mittel fließen in eine Demonstrationsanlage mit einer Kapazität von 1.000 Tonnen pro Jahr, deren Inbetriebnahme für das zweite Quartal 2026 geplant ist, sowie in die Vorbereitung großindustrieller Anlagen in Zusammenarbeit mit Partnern aus der Industrie.

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Laut Dr.-Ing. Andreas Bremen, Mitgründer und CEO von Co-reactive, markiert die Finanzierung den Übergang von Labortests zum kontinuierlichen Industriebetrieb. Derzeit gibt es in Deutschland oder Europa keine anderen Pilot- oder Demonstrationsanlagen, die ähnliche kontinuierliche CO₂-Mineralisierungsprojekte mit mineralischen Rohstoffen planen – ein Novum für die Region.

Die Demonstrationsanlage soll Anfang 2026 den Betrieb aufnehmen, gefolgt von industriellen Großanlagen ab 2027. Durch die Umwandlung von CO₂ in nutzbare Baumaterialien will Co-reactive nicht nur Emissionen senken, sondern auch eine praktikable Alternative zu den immer knapper werdenden herkömmlichen Ersatzstoffen bieten. Die Kompatibilität der Technologie mit bestehender Infrastruktur könnte Zement- und Stahlherstellern helfen, sich an strengere Klimavorgaben anzupassen – ohne größere Produktionsunterbrechungen.