E.ON stockt Netzausbau-Budget auf 48 Mrd. auf – doch Gewinne sinken vorerst
Aneta WilmsenE.ON stockt Netzausbau-Budget auf 48 Mrd. auf – doch Gewinne sinken vorerst
E.ON hat sein Budget für den Netzausbau bis 2030 auf 48 Milliarden Euro erhöht und strebt damit langfristig höhere Erträge an. Dennoch rechnet das Unternehmen in diesem Jahr mit einem leichten Rückgang des operativen Gewinns. Auf der anstehenden Hauptversammlung sollen die Aktionäre über eine höhere Dividendenausschüttung abstimmen.
Im Oktober 2024 hatte E.ON bekannt gegeben, die Investitionspläne für den Netzausbau um 10 Prozent zu erhöhen, sodass das Gesamtvolumen bis 2030 auf 48 Milliarden Euro steigt. Ziel ist es, bis zum Ende des Jahrzehnts ein bereinigtes EBITDA von 13 Milliarden Euro zu erreichen. Doch die Umsetzung verläuft langsamer als erwartet: 2024 wurden lediglich 4,2 Milliarden Euro investiert – geplant waren 5,5 Milliarden. Im Folgejahr flossen 4,8 Milliarden Euro in den Ausbau, was ebenfalls unter dem angepassten Ziel von 6 Milliarden Euro blieb. Verzögerungen bei Genehmigungsverfahren und Lieferkettenengpässe bremsen die Vorhaben aus.
Der Aktienkurs von E.ON kletterte Mitte März auf ein 52-Wochen-Hoch von 20,30 Euro, bevor er sich bei etwa 18,85 Euro einpendelte. Trotz kurzfristiger Herausforderungen bleibt die Unternehmensführung auf langfristiges Wachstum fokussiert. Für 2026 prognostiziert E.ON ein bereinigtes Konzern-EBITDA zwischen 9,4 und 9,6 Milliarden Euro – leicht unter den bisherigen Schätzungen.
Am 23. April 2026 kommen die Aktionäre zusammen, um über eine vorgeschlagene Dividendenerhöhung auf 0,57 Euro pro Aktie abzustimmen. Der nächste Quartalsbericht, der am 13. Mai 2026 erscheint, wird weitere Einblicke in die finanzielle Entwicklung geben. Auch regulatorische Entscheidungen der Bundesnetzagentur werden eine Schlüsselrolle für die künftigen Netzprojekte spielen.
Der Erfolg des Netzausbaus bei E.ON hängt maßgeblich davon ab, Genehmigungsverzögerungen und Lieferkettenprobleme zu überwinden. Zwar hat das Unternehmen ehrgeizige finanzielle Ziele gesetzt, doch der kurzfristige Ertragsdruck bleibt bestehen. Anleger werden die anstehende Dividendenabstimmung und die Quartalszahlen genau verfolgen, um klarere Signale über die Fortschritte zu erhalten.






