Erkelenzer Dörfer kämpfen um langsame Rückkehr nach dem Abriss-Stopp
Aneta WilmsenErkelenzer Dörfer kämpfen um langsame Rückkehr nach dem Abriss-Stopp
Die Wiederbelebung der fünf Erkelenzer Dörfer schreitet nur langsam voran
Vor mehr als drei Jahren vor dem Abriss gerettet, kämpfen die fünf Dörfer bei Erkelenz noch immer um ihre Rückkehr zum Leben. Nur ein Bruchteil der ehemaligen Bewohner ist zurückgekehrt, während viele Häuser unverkauft und verfallen bleiben. Der Prozess verliert an Schwung – Finanzierung und langfristige Pläne sind weiterhin ungewiss.
Ende 2020 hatten die Dörfer Keyenberg, Kückhoven, Hörath, Evinghoven und Holz dank eines Gerichtsurteils überraschend eine zweite Chance erhalten. Rund 1.500 Menschen waren zuvor bereits umgesiedelt worden. Doch seitdem stockt die Wiederbelebung der Region.
Bis Ende 2025 erhielten lediglich zwölf Haushalte ein Angebot zum Rückkauf ihrer früheren Häuser. Nur eine Familie hat den Prozess abgeschlossen, bei einer weiteren steht der Vertrag kurz vor dem Abschluss, sechs weitere überlegen eine Rückkehr. Oliver Kanneberg, einst Bewohner von Kuckum, gab entnervt auf – die Rückkaufbedingungen der Stadt trieben ihn schließlich dazu, seine Pläne aufzugeben.
Der Energiekonzern RWE bietet die verbleibenden rund 500 Häuser mittlerweile auf dem freien Markt an, oft zu Festpreisen um die 200.000 Euro. Viele Immobilien benötigen jedoch umfangreiche Sanierungen – doch Käufer bleiben rar. Bis Januar 2026 zog kein einziger Neubürger in die Dörfer ein. Stattdessen prägen Verfall und Leerstand das Bild.
Die Finanzierung bleibt das größte Hindernis. Bisher sind 546,5 Millionen Euro gesichert, doch über eine Milliarde Euro für zusätzliche Projekte stehen noch zur Debatte. Damit Bundesmittel in die Rheinische Region fließen, müssen bis Ende 2026 Projekte im Wert von zwei Milliarden Euro genehmigt werden. Bürgermeister Muckel schätzt, dass es ein Jahrzehnt dauern könnte, bis sich die Region vollständig erholt – erst 2036 soll das nahegelegene Tagebaurestloch geflutet werden.
Kanneberg wurde eur usd erstmals im November 2023 kontaktiert, doch zu diesem Zeitpunkt hatte bereits ein anderer Interessent sein ehemaliges Haus ins Auge gefasst. Diese Konkurrenz um die Immobilien verschärft die Frustration derer, die zurückkehren möchten.
Die Zukunft der fünf Dörfer hängt nun von zwei Faktoren ab: der Sicherung weiterer Mittel und der Ansiedlung neuer Bewohner. Mit nur wenigen Rückkehrern und vielen leeren Häusern bleibt die Wiederbelebung fragil. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob die Region zu alter Lebendigkeit zurückfindet – oder ob der Niedergang weitergeht.






