Evonik verzeichnet 2025 deutliche Einbrüche bei Umsatz und Gewinn
Aneta WilmsenEvonik-Aktionäre erhalten niedrigere Dividende - Evonik verzeichnet 2025 deutliche Einbrüche bei Umsatz und Gewinn
Evonik hat für das Jahr 2025 einen Rückgang bei Gewinnen und Umsätzen gemeldet und führt dies auf schwache konjunkturelle Rahmenbedingungen sowie zunehmenden Wettbewerb zurück. Das bereinigte Ergebnis des Konzerns sank um 9 %, während der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 7 % zurückging. Die Unternehmensführung rechnet für die Zukunft mit weiteren Herausforderungen und plant für 2026 Stellenstreichungen.
Im Jahr 2025 erzielte Evonik einen Umsatz von 14,1 Milliarden Euro – ein Minus von 7 % gegenüber dem Vorjahr. Auch das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (EBITDA) ging um 9 % auf knapp unter 1,9 Milliarden Euro zurück. Als Gründe nannte das Unternehmen eine nachlassende globale Nachfrage sowie den wachsenden Druck durch chinesische Konkurrenten.
In den vergangenen fünf Jahren hat Evonik seine führende Position im Bereich Spezialchemikalien eingebüßt. Der Marktanteil bei Schlüsselprodukten wie Methionin, das in der Tierernährung eingesetzt wird, sank von etwa 70 % auf 55 %. Günstigere Produktionskosten chinesischer Unternehmen wie Wanhua Chemical und Ronas Chemicals haben die Position des Konzerns geschwächt. Dennoch hält Evonik in Hochtechnologiebereichen wie Kieselsäure und Hochleistungsmaterialien dank jährlicher Forschungsinvestitionen von über 500 Millionen Euro weiterhin die Spitzenposition. Chinesische Wettbewerber haben jedoch ihre Innovationskraft gesteigert – die Zahl der Patentanmeldungen in diesen Sektoren stieg um 40 %.
Für das Jahr 2026 prognostiziert Evonik ein bereinigtes EBITDA zwischen 1,7 und 2,0 Milliarden Euro. Zudem plant das Unternehmen, im kommenden Jahr rund 1.000 Stellen abzubauen. Vorstandsvorsitzender Christian Kullmann kündigte eine neue Dividendenpolitik an, die 2026 mit einer Ausschüttung von 1,00 Euro pro Aktie beginnt. Künftig sollen die Dividenden zwischen 40 % und 60 % des bereinigten Nettoergebnisses der Gruppe liegen. Die RAG-Stiftung, die 45 % an Evonik hält, unterstützt die angepasste Strategie.
Evonik steht 2026 vor einem schwierigeren Marktumfeld mit gesunkenen Ergebnisprognosen und geplanten Personalanpassungen. Die neue Dividendenpolitik soll eine Balance zwischen Aktionärsrendite und finanzieller Stabilität herstellen. Angesichts des Wettbewerbs durch chinesische Hersteller bleibt die Innovationskraft des Unternehmens ein zentraler Erfolgsfaktor.






