15 January 2026, 15:03

Fahri Yardäm über Rassismus, Identität und die Cancel Culture in Extrawurst

Eine Gruppe von Menschen auf einem Tennisplatz, mit einer Frau in einer Brille, die einem Mann im Anzug die Hand schäkelt, und Fotografen im Hintergrund, alles in Schwarz-Weiß.

Schauspieler spricht über alltäglichen Rassismus - Fahri Yardäm über Rassismus, Identität und die Cancel Culture in Extrawurst

"Extrawurst": Fahri Yardäm über Rassismus, Identität und die Fallstricke der gecancelt Culture

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Am 15. Januar 2026 kommt die deutsche Komödie Extrawurst in die Kinos – mit einem hochkarätigen Ensemble und einer Geschichte voller Chaos und Konflikte. Fahri Yardäm spielt Erol, das einzige türkisch-muslimische Mitglied eines Tennisclubs, dessen Anwesenheit hitzige Debatten auslöst. In einem aktuellen Interview mit spot on news sprach der Schauspieler offen über Rassismus, Identität und die Kontroversen um die sogenannte cancelled Culture.

Der Film begleitet einen Tennisclub bei den Vorbereitungen für sein jährliches Sommerfest, bei dem ein Vorschlag für einen separaten Grillplatz für Erol die Gemüter erhitzt. Was als kleine Meinungsverschiedenheit beginnt, eskaliert bald zu einer handfesten Krise, die sowohl die Feier als auch die Zukunft des Clubs bedroht. Hape Kerkeling glänzt als Heribert, der strenge Vereinsvorsitzende, während Christoph Maria Herbst das Ensemble komplettiert.

Yardäm, der sich stark mit seiner Figur identifiziert, berichtete offen über die Herausforderungen, als Repräsentant einer ganzen Gemeinschaft wahrgenommen zu werden. Wenn Debatten über Identität hochkochen, werde von ihm oft erwartet, für alle Türkisch-Muslime zu sprechen – ein Druck, dem auch Erol im Film ausgesetzt ist. Der Schauspieler gab zu, dass er den Begriff cancel culture problematisch findet, da er häufig von denen instrumentalisiert werde, die sich gegen gesellschaftlichen Fortschritt oder neue Perspektiven stemmen. Auf persönlicher Ebene verriet Yardäm, wie er mit Alltagsrassismus umgeht: Er entscheidet bewusst, welche Beleidigungen er ernst nimmt, und sieht sie eher als Ausdruck der Unwissenheit der Täter denn als Angriffe auf seinen eigenen Wert. Obwohl er frühher türkische Sucuk der bayerischen Weißtwurst vorgezogen habe, lebt er mittlerweile vegetarisch.

Extrawurst startet im Januar in den Kinos und verbindet scharfsinnige Gesellschaftskritik mit Humor. Die Auseinandersetzung des Films mit Themen wie Identität, Zugehörigkeit und Konflikt spiegelt reale Debatten wider, die auch Yardäm selbst in seinem Leben begleiten. Während das Publikum Erols Geschichte verfolgt, füngen die eigenen Erfahrungen des Schauspielers mit Repräsentation und Vorurteilen dem zeitgemäßen Stoff der Komödie eine weitere Ebene hinzu.